Alle Jahre wieder/ Year after Year

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.. kommt der Adventsmarkt in unsrer Gegend. Und da der örtliche Verein in dem auch ich engagiert bin dort Jahr für Jahr einen Stand stellt, habe ich Jahr für Jahr am Sonntag vor dem ersten Advent die Aufgabe Früchtebrot zu backen. So geschehen auch dieses Jahr- und ganz passend zu Mellis kulinarischer Weltreise die diesen Monat in Deutschland Station macht.

…. advent comes and brings with it the little market. And as year after year the local choir whom I lend my voice provides a stall at said market year after year the sunday before the first advent sees me baking fruit“bread“. And that’s what happened this year too- most appropriate for Mellis culinary world travel that stops in Germany this month.

Früchtebrot, auch Hutzel- oder Schnitzbrot, ist eine süddeutsche Spezialität- was den Sachsen ihr Stollen ist den Schwaben ihr Schnitzbrot. Schnitz steht, genauso wie Hutzeln für getrocknete Birnen- da in meinem Rezept auch andere Früchte enthalten sind hört es seit vielen Jahren auf den vielversprechenden Namen „prima Früchtebrot“. Den hat es sich auch verdient- denkbar einfach in der Zubereitung und überzeugend im Geschmack.

This bread is a specialty of southern Germany- in Saxonia there’s Stollen and we  southern Germans have our „Hutzelbrot“- breadmade with „Hutzln“- dried pears, that is. As I use a mix of dried fruits my bread is called “ prima fruit bread“ , earned by it’s qualities- uncomplicated to bake and convincing in taste.

Als erstes kommen die Eier mit dem Zucker in die größte Rührschüssel und werden cremig-weiß gerührt. Dann nach und nach Gewürze, Nüsse, Trockenfrüchte, Rosinen und das mit dem Backpulver vermischte Mehl unterheben, in gefettete Formen verteilen (aus dieser Menge gabs 4 größere a ca 450g und zwei kleinere a ca 300g) und backen- bei 160° Umluft ungefähr 55 min.

First the eggs and sugar go into the biggest bowl, beat until creamy white. Then one by one the spices, nuts, dried fruit, raisins and flour mixed with baking powder are folded in gently, the batter divided between oiled loaf pans (I got four loaves of about 450g and two smaller ones of about 300g out of it) , oven-time around 55 min (160°C circulating heat).

Nach dem Abkühlen kann man die Brote mit Puderzucker bestäuben- sieht hübsch aus, ist aber nicht nötig… genossen wird das Brot Scheibchen für Scheibchen mit frischer Butter bestrichen. Alle Jahre wieder.

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You can sprinkle the cooled breads with powdered sugar for a nicer look- I find it unnecessary…. and just enjoy slice for slice spread with fresh butter. Year after year.

Hard Facts

9 Eier/ eggs

375g Zucker/ sugar

3 Tl Lebkuchengewürz/ gingerbread spice

180g gehackte Mandeln/ chopped almonds

180g gehackte Haselnüsse/ chopped hazelnuts

375 gemischte Trockenfrüchte, kleingeschnitten (Ananas, Aprikosen, Birnen hatte ich diesmal) / mixed dried fruit, chopped (I had ananas, apricots, pears this time)

750g Rosinen/ raisins

250g Zitronat, gehackt/ candies lemon peel, chopped

375g Mehl Typ 550/ all-purpose flour

1,5 Tütchen Backpulver/ sachets baking powder

Wenn schon schwäbisch, dann richtig…. / staying true to suebian…..

3. Advent- entspanntes Backen/ easygoing bakery

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Dieser Tage fiel mir so garnichts ein worüber ich gerne geschrieben hätte, irgendwie bin ich noch damit beschäftigt wieder in einen halbwegs normalen Tages- und Wochenrhythmus zu finden, wofür Dezember nun grade nicht der am Besten geeignete Monat ist.

Natürlich wird gekocht, Brot gebacken und sogar ein paar Plätzchen hab ich zustande gebracht- nur wiegesagt dies auch noch in irgendwie interessante Worte zu fassen, das klappte nicht.

Those days I lacked inspiration on what to write, somehow my mind still tries to get back some kind of regular daily and weekly rhythm- not an easy task in the month of december.

Of course we have to eat, so I cook and bake bread and even some christmas cookies came out of my oven, but to put those tasks into words that someone would like to read was way beyond me.

Nele muß das geahnt haben als sie mein 3. Wichtelpäckchen packte- in den Anweisungen zum 3. Advent steht “ zum entspannten Backen“.

Schaut was sie schönes zusammengestellt hat:

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I believe Nele anticipated something of that kind while packing my secret santa surprise for she wrote especially for today : „for easygoing bakery“ – so look for yourself what she assembled:

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Also voller Elan in die Küche, Seiten 15

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und 17 mehr oder minder akribisch befolgt, mit diesem Resultat:

So full of renewed energy I went into the kitchen, followed advices on pages 15 and 17

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– well more or less-, and that came out of it:

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3 Stück- und mein Magen rief laut nach einem Schnaps…

After 3 of those my stomach called for a schnapps….

Wer weiß ob ich noch jemals an den Millionen kratze….

Who knows whether or when I will scratch on the door of millionaires….

Ich wünsch euch einen entspannten genüßlichen 3.Advent!

Have a relaxed and joyful 3. sunday of Advent!

Kulinarischer Adventskalender- Mohnstriezel von „drieben“

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Welche Freude und Ehre, als Neue in der Blogosphere, mit einem blog in dem Kochen und Backen sich den Platz mit vielen anderen Themen teilen müssen, also als eine solche Neue ein Türchen des wunderbaren kulinarischen Adventskalenders der wunderbaren zorra gestalten zu dürfen, der sich nicht nur der wunderbaren Rezepte wegen lohnt anzuschauen, es gibt zudem noch voll viele Gschänkli zu gewinnen, für die die aufmerksam mitlesen. Hab ich schon gemacht und es hat prima funktioniert….  Nun, und wenn die Technik mir gehorcht und ich alles richtig gemacht habe ist heute der 10. Dezember.

Kulinarischer Adventskalender 2012 - Türchen 10-1

Und womit fülle ich nun mein Türchen?
Kindheitserinnerungen….
Großgeworden bin ich als „Reigschmeckte“ in der Hauptstadt des Schwabenlandes, Kind einer hessischen Mutter und eines Vaters „von drieben“. Drieben, das war die Ostzone – DDR sagte man damals in den frühen und mittleren 60er Jahren nicht, drieben also gab es auch noch Großeltern. Einen Opi, der die dazu passende Omi „nur wegen des Essens“ geheiratet hat – so geht die Sage. Keine Frage, dass der traditionelle Dresdner Christstollen fester Bestandteil jedes Weihnachsfestes war, er kam per Paket, bis irgendwann meine Mutter in den Besitz des Familien-Rezepts kam- dann gingen die Stollen einige Jahre den umgekehrten Weg und fanden auch unter den hessischen Weihnachtsbäumen ihre Anhänger.
Den wunderbaren Mohnstollen allerdings, den die Omi manchmal mitschickte, der verschwand mit dieser Omi aus meinem Leben. Dabei liebte ich den viel mehr, als den „richtigen“ Stollen; mit seinen vielen Rosinen, dem Zitronat und Orangeat, und seiner festen Struktur ist der einfach kein Kinder-Gebäck. Oder?
Hingegen der Mohnstollen- wunderbar weich, ein wunderbares Aroma, das wunderbar mit einem Glas kalter Milch harmoniert- ein Genuß den mein Vater sich mit mir teilte, dem Mutter und Bruder nichts abgewinnen konnten. Und der wirklich sehr tief in meiner Vergangenheit begraben war, viele Jahre wenn nicht gar Jahrzehnte. Zwar gibt es ein handschriftliches Vermächtnis der Omi, gehütet- aber doch so rudimentär verfasst dass ich mir keinesfalls zutraute aus diesen Angaben die Erinnerung wieder auferstehen zu lassen. Und es gab niemanden mehr den oder die ich hätte fragen können.

da brauchts schon Mut dieses Rezept umzusetzen
da brauchts schon Mut dieses Rezept umzusetzen

Die Jahre gingen ins Land, inzwischen war ich Mutter, tatsächlich insofern eine gute Mutter die nämlich gerne backt- und sich sogar mit dem Hefeteig anfreunden konnte- den bereits mehrfach auf diesen Seiten erwähnten Büchern der Time-Life- Reihe sei Dank. Eifrig sammelte ich Rezepte aus diversen Zeitschriften, allen voran Brigitte, und in einer Ausgabe derselben mit adventlichem Backwerk stieß ich auf dieses Rezept- Mohnstriezel! Sah der nicht meinen Mohnstollen aus der Kinderzeit ähnlich? Könnte der nicht ein ähnlich glücklich machendes Geschmacks-Erlebnis vermitteln?
Tatsächlich, er konnte!
Seitdem gibt es – nicht alle Jahre, aber doch immer wieder, Mohnstollen, als Mohnstriezel verkleidet.
Und hier kommt er nun, mein Mohnstollenstriezel „von drieben“; in Anlehnung an Brigitte und Erinnerung an die Omi.

Am Vortag kommen für den Vorteig Mehl und die in der Milch aufgelöste Hefe in eine Schüssel, werden schön verrührt und dürfen die Nacht im Backofen verbringen, bei eingeschalteter Lampe, denn der Teig soll ja nicht schlafen sondern gehen. Raumtemperatur, wenn sie denn die 20° überschreitet, sollte auch genügen- daran muß ich in meiner winterlichen Küche noch etwas arbeiten.

eifrig gegangener Vorteig
eifrig gegangener Vorteig

Am nächsten Morgen dann, nach einem stimmungsvollen Frühstück mit Kerze und Musik, wird der Teig-Ansatz begutachtet und es geht weiter. Alle restlichen Teig-Zutaten werden mit dem Vorteig zu einem wunderbar weichen Teig verknetet, der dann wiederum eine ganze Weile vor sich hin gehen darf, bis er sein Volumen deutlich vergrößert hat.

eine schön glänzende Kugel
eine schön glänzende Kugel

Zeit genug, um die Füllung vorzubereiten.
Den Mohn mahlen- ich mach das im Mahlwerk vom Zauberstab, und zwar so lange bis sich die Farbe deutlich nach schwarz verändert, und dann zusammen mit dem Grieß in die kochende Milch schütten- oder umgekehrt, was immer schüsseltechnisch praktischer erscheint. Dann die restlichen Zutaten einfach mit dem Löffel unterrühren- das duftet schon!

Alles drin und duftet....
Alles drin und duftet….

Wenn der Teig sich gut entwickelt hat, etwa eine Stunde dauerte es diesmal, wird er ausgerollt, mindestens 30 auf 35 cm, und mit der Füllung bestrichen.
Dann von beiden Seiten her aufrollen, dass sich die zwei Rollen in der Mitte treffen.
Irgendwie aufs Blech befördern- dadurch dass der Teig so schön elastisch war funktionierte das erstaunlich gut- und nochmals zugedeckt 30-45 min gehen lassen.

unfallfrei aufs Backblech geschafft....
unfallfrei aufs Backblech geschafft….

Ab in den Ofen damit, nach 35 min darf er wieder raus – er sollte eine schöne Farbe haben, nicht zu dunkel, und wird sofort mit einer Mischung aus zusammenschmolzener Butter mit Honig großzügig eingepinselt.

Prachtexemplar!
Prachtexemplar!

Und dann, kann ichs kaum erwarten das Ding anzuschneiden- als es endlich soweit ist kann ich mein Entzücken kaum in Worte fassen. So gut ist er noch nie gelungen, die Teig-Hülle weich wie ein Brioche, das Innenleben unerhört aromatisch… also nochmal, von ganz tief drin, ein herzliches Dankeschön an zorra für die Möglichkeit zur Präsentation in diesem schönen Rahmen…. und an die Omi, natürlich, von „drieben“.

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Die hard Facts

Vorteig:
100g Mehl Typ 550
100g Milch
5g Hefe

endgültiger Teig:

350g Mehl Typ 550 (ich hatte 50g durch Kastanienmehl ersetzt, schmeckt einfach noch besser)
150g Fett (Butter, oder ein Gemisch aus einem geschmacksneutralen Pflanzenöl mit Butter oder Ghee)
50g brauner Zucker
1 Prise Salz
etwas Zitronenschale und echten Vanillezucker
1 Ei
100ml Milch
10g Hefe

Füllung
250g Mohn (gemahlen, siehe Text)
250ml Milch
30g Grieß
30g gehackte Mandeln (ich hatte grade noch einen Rest Mandelblättchen, paßt auch)
75g Rumrosinen
175g Honig
etwas Zitronenschale
2 EL dunkle Schokolade, gehackt oder als Streusel, so dass sie sich gut verteilt

Backen: bei vorgeheizten 175° 35-40 minuten

Butter und Honig zum Bestreichen

schöne Scheibchen
schöne Scheibchen

und um den Genuß zu vollenden, noch ein wenig – Schnee, musikalischen