Túrós Töltelék

– was sind denn das für Hieroglyphen? höre ich förmlich fragen. Nun, ganz einfach, das ist ungarisch und heißt soviel wie Strudel mit Quarkfüllung. Hoffe ich. Ungarisch kann ich nämlich genausowenig wie wohl die meisten meiner Leser und Leserinnen….

Ungarn ist das Ziel von Mellis kulinarisch- vegetarischer Weltreise in diesem Monat- ein Land das auf meiner persönlich Weltreise-Karte noch fehlt. Mein Bruder hat vor etlichen Jahrzehnten Scharlach von dort mitgebracht, das war nicht besonders lustig damals. Aber er hatte auch köstliches Paprikamark im Gepäck- wer schonmal in Ungarn war kennt das bestimmt. Weiter reichen meine Kenntnisse kaum und so habe ich mal wieder die Time-Life-Bibliothek zu Rate gezogen. Im Band Kuchen und Torten bin ich auf dieses Rezept gestoßen- Quark und Strudel, das ist eine nahezu unwiderstehliche Kombination.

Also frisch ans Werk; den Strudelteig wie hier beschrieben hergestellt; ein neugieriges Gesicht erschien und frug- ob er auch mal hauen dürfe? Eingeölt und in Folie geschlagen ruhte der Teig über Nacht.

Am nächsten Morgen, es war Sonntag, hat mich die Sonne schon recht früh aus dem Bett gelockt und ich machte mich zunächst- nach dem Frühstück, versteht sich- an die Füllung. Hierfür werden die Eier getrennt und die Eiweiße mit einer Prise Salz zu steifem Schnee geschlagen. Die Eigelbe werden mit dem Zucker, Vanillezucker, Zitronenschale und der Butter zu einer homogenen Masse aufgeschlagen, dann kommen nach und nach das Mehl, der Schmand, der Quark, und die Rumsrosinen dazu, ich hab alles nur mit der Teigkarte untergehoben.

Jetzt folgt der spannende Moment- das Ausziehen des Teigs! Auf einem leicht bemehlten großen Tuch zunächst mit dem Wellholz, dann mit den Händen;  und immer wieder ablegen dazwischen damit sich der Teig entspannen kann (und ich auch) und nicht reißt. Ganz geglückt ist es nicht- aber zufrieden war ich doch.

Nun kam als letztes des Eischnee noch in die Füllung, der Teig wurde mit flüssiger Butter bestrichen, mit frisch gemachten Bröseln bestreut und die Füllung darauf verteilt. Beherzt mit Hilfe des Tuchs aufgerollt, und ebenso mit Hilfe des Tuchs in eine Auflauf-Form bugsiert, nochmals mit flüssiger Butter bepinselt kam das Werk in den Ofen, für 40 min bei 180° Umluft. Die Form deshalb weil die Quarkfüllung auf jeden Fall hochgeht, auf dem Blech besteht die Gefahr dass die Füllung aus- oder der ganze Strudel breitläuft.

Da wir dann zu einem Ausflug aufbrachen hatte der Strudel Gelegenheit im Ofen abzukühlen- das tat ihm sichtlich gut.  Schnell noch mit Puderzucker bestäubt- rein wegen der Aussehens, klar- versüßte diese Köstlichkeit mehr als eine nachmittägliche Tee-Stunde.

Hard Facts

Teig

250 Weizenmehl Typ 550

30 ml Sonnenblumenöl

125-140g Wasser

Füllung

40g Rosinen, in 2 El Rum eingeweicht

3 Eiweiß

1 Prise Salz

3 Eigelb

60g Butter

160g Zucker

1 Tl Vanillezucker (echt, 10% Vanille)

1 Tl abgeriebene Zitronenschale

1 El Mehl

1/8l Schmand (oder saure Sahne)

500g Topfen (Quark geht auch, Topfen ist aber stil-echter)

1-2 El Brösel

2-3 El geschmolzene Butter

Puderzucker zum Bestäuben

 

Wer erinnert sich noch an Piroschka; mit ihren unvergleichlichen Lachen?

 

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Welt-Tag des Buches- Genuß für Leib und Seele!

Ich lebe mit Büchern, seit ich denken kann- selbst als ich des Lesens noch nicht mächtig war haben mich die dicken Schwarten in den Regalen meiner Eltern magisch angezogen, und manchen Band zieren noch heute Buntstiftzeichnungen aus meiner kindlichen Feder.

Gelegentlich heißt es allerdings auch bei den Büchern, den geliebten, aufräumen und sich trennen, auch von dem einen oder anderen Buch. Nur wegwerfen? Unmöglich, völlig ausgeschlossen, nahezu strafbar.

So freue ich mich sehr die Aktion Blogger schenken Lesefreude bei Julia entdeckt zu haben, eine gute Gelegenheit für ein paar Bücher ein neues liebevolles Zuhause zu suchen.

Ausgesucht hab ich für euch:

Bärlauch Salbei Gundermann aus dem Silberbuch-Verlag, geschrieben und fotografiert im Team von Annegret Müller-Bächtle, der Kräuterkundigen; Jürgen Autenrieth, dem „Unkräuter-Koch“; und Rainer Fieselmann, dem Fotografen der schwäbischen Alb.

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Von Bärlauch im Frühling bis hin zu Schlehen und Hagebutten im Spätherbst stellt das Buch Wildpflanzen vor mit ihren Verwendungsmöglichkeiten- in der Küche und für die Gesundheit.

Damit sich die Seele auch entspannen kann leg ich noch eine Georgette Heyer drauf

Die Liebesschule

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die sich erstaunlicherweise noch in sehr gutem Zustand befindet- und bei mir dem englischen Original Platz macht.

 

Zur Verlosung am 23. April lasse ich mir was einfallen- und freu mich jetzt schon- ihr hoffentlich auch!

 

Cranberry-Walnuß-Zopf für den BBD

Mach einen Plan, sei ein großes Licht…. So war der Plan ein schönes Walnußbrot für den aktuellen Bread-baking day zu backen, zum Thema nussige Brote. Gesagt, getan, sogar an Fotos gedacht- das ist ja bei Broten nicht ganz so schwierig da sie doch meistens eine Verweildauer von ein paar Tagen haben bevor sie verschwunden sind.

Walnuß-Mehrkorn-Brot
Walnuß-Mehrkorn-Brot

Und dann kam die liebe Zorra mit ihrem kalifornischen Walnuss-Cranberry-Brot; mir fiel blitzartig einer meiner liebsten Hefezöpfe ein; -Zeit hin oder her, ich mußte mich erneut ans Backen machen.. Dieser Zopf hat mich wieder versöhnt, damals, vor vielen Jahren, als ich meinen Zopf immer  in einer Mühle- freitags frisch handwerklich gebackenen Zopf; sehr sehr gut, keineswegs zu vergleichen mit üblichen Bäckerei-Zöpfen und auch alle bis dahin selbst von mir gebackenen konnten diesem Zopf nicht das Wasser reichen.

Bis ich mich eines Tages  doch wieder an einen Zopf-Versuch wagte, dieser hier hatte es mir angetan. Und überzeugt- ich kriege doch einen guten Zopf hin! Mittlerweile immer wieder nachgebacken, mit der wachsenden Erfahrung durch das Brotbacken sowie dem Einzug der LM in den Kühlschrank das Rezept wieder und wieder angepaßt, erfreut er sich nach wie vor äußerster Beliebtheit.

Zunächst rührte ich den Vorteig zusammen, einfach so mit dem Löffel, und ließ ihn ungefähr 90 min bei Zimmertemperatur stehen. Zeitgleich habe ich heute meine Lievito madre aufgefrischt und ebenfalls 90 min im Warmen gelassen, genauer gesagt auf der Heizung. Dann kamen die weiteren Zutaten hinzu, außer den Cranberries- die sollten eigentlich immer in genügender Menge eingeweicht in einem aromatischen Likör vorhanden sein- in dem Gefäß befand sich aber nur noch ein wenig Flüssigkeit, weitgehen beerenfrei. So habe ich also ein Blitz-Einweichen durchgeführt, in der Mikrowelle, während die Maschine den Teig knetete. Es dauert ein Weilchen bis der Teig eine schöne Konsistenz hat- 10 min ungefähr hat die Maschine gearbeitet bis sich der Teig vollständig vom Schüsselrand löste. Ich hab ihn auf die bemehlte Arbeitsfläche gekippt, noch ein wenig mit den Händen durchgeknetet und dann von Hand die eingeweichten Cranberries- ohne Flüssigkeit- eingeknetet. Daran schloß sich eine Geh-Phase von ungefähr 90 min an, im Warmen, bei 35°C.

Danach hab ich den Teig in 3 geteilt, für einen klassischen Zopf, jedes Teil zu einer langen Rolle geformt und geflochten. Hierfür fange ich immer in der Mitte an, lege die drei Stränge übereinander und flechte dann zu den Enden hin. Nochmaliges Gehen des Meisterwerks, eine gute halbe Stunde, einstreichen mit einem Gemisch aus Eigelb und Milch, bestreuen mit Hagelzucker- wer mag! und in den vorgeheizten Ofen bei 190°, nach 40 min ist der Zopf fertig.

Et voilà – klar, er könnte- mit mehr Geh-Zeit- luftiger sein, er könnte- mit einem Kochstück- flaumiger sein, ganz nach dem Motto man kann etwas Gutes immer auch noch besser machen. Mir, mit Ricotta und der wunderbaren frisch gekochten Mandarinen-Marmelade, schmeckt er fabelhaft so wie er ist. Mit seiner Größe paßt er wunderbar auf den österlichen Frühstückstisch- früher oder später am Morgen.

Hard Facts

Vorteig 100g Weizenmehl 550

100ml Milch

5g Hefe

Hauptteig

den gesamten Vorteig

100g aufgefrischter Lievito Madre

600g Mehl Typ 550

200ml Milch

2 Eier

1 Eiweiß

100g Zucker

125g Butter

etwas Zitronenschale

Prise Salz

75g Walnüsse

175g Cranberries, in einem beerigen Likör eingeweicht

Streiche

1 Eigelb, 2 El Milch

Hagelzucker zum Bestreuen