Denn erstens kommt es anders…. / expectations failed

Die liebe Zorra ist auf der Suche nach Rezepten „für die Figur“ – das Thema gibt Raum zur Interpretation. Für mich war sofort klar- ein Rezept für eine Rubens-Figur muß her, aus vielerlei Gründen. In meinem Leben hatte ich immer mal wieder gegen Gewichtsverluste zu kämpfen; ich kann euch versichern, das ist keine schöne Sache. Mit diesem Kampf ist man zudem weitgehend allein gelassen, es gibt kaum Hilfestellung und Tipps wie man sich wieder ein paar Pfunde auf die Rippen oder sonstwohin anfuttern kann- eher wird man mitleidig bis neidisch belächelt ob solcher Probleme. Beruflich hab ich eher mit Abnehmwilligen zu tun- die meisten „light“ Rezepte und Diäten zielen auf das Einsparen von Fett- ein Fehlschluß! Neulich erst las ich einen ausführlichen Artikel in „Time“ der das jahrelange Verdrängen von Fett zugunsten von Kohlehydraten als einen fehlgeschlagenen Massenversuch mit immensen Kosten für das Gesundheitssystem bezeichnet hat. Aber ich will ja hier keinen Fachvortrag halten, sondern was für Kurven tun- daher gibt es Kohlehydrate und Fett satt. Himmlisch, oder?

Our dearest Zorra wishes to see our best shape-friendly recipes. Well, this leaves room for interpretation and it was clear from the beginning that my contribution would shape curves like in Rubens– paintings- and not without reason.  I lived through some periods were I had to fight weight loss and I can assure you this is nothing nice, furthermore you are left alone very much, if not regarded with a pitiful smile full of envy. Professionally I deal more with candidates who wish to loose some weight, most of the diets damn fat which is not really helpful. Not long ago I read in „Time magazin“ about the decade-long fatreducing practice which lead to more and more carbohydrates, a mass test-trial in error that costs our health systems a lot of money. But- I have something else in mind than a technical lecture; in order to shape some curves I present a lot of carbohydrates and butter. Nice, isn’t it?

Der Plan war wie folgt:

Kouign-Amman, das klingt schon irgendwie geheimnisvoll- verführerisch, ist bretonisch und bedeutet Butterkuchen. Wie überaus passend dass ich sowohl französisches Mehl aus auch bretonische gesalzene Fassbutter im Haus habe- da kann er ja garnicht anders als gut werden. Zum ersten Mal hab ich hier davon gelesen und seither warte ich auf die passende Gelegenheit mich daran zu versuchen – endlich ist sie da!

The plan was as follows:

Kouign-Amann, doesn’t that already sound secretly seducing? It is breton and means, literally, butter cake. And as I have in stock just now flour from France and breton salted butter there’s no choice,  this can only turn out well. First time I came upon it here and ever since am looking for an opportunity to try my hand at this, finally it’s here!

Angefangen hab ich ich mit einem kleinen Vorteig über Nacht- einfach zusammengerührt und bei Zimmertemperatur stehen lassen. Am nächsten Morgen kamen alle anderen Zutaten für den Teig dazu und wurden mit der Maschine gerührt- so 5 min langsam, 2 min etwas schneller. Dann darf der Teig aufgehen bis er sich in etwa verdoppelt hat.

I started with the starter, just mixed together and let sit overnight at room temperature. Come morning all other ingredients went into the bowl and the machine did the kneading- 5 min on low and 2 more on level 2. Then the dough may rise until it has doubled in volume.

Nun käme die Figur ins Spiel: Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche rechteckig ausrollen; auf dem mittleren Drittel die Butter (die ist schon von sich aus so grob-stückig, ich hatte sie ungefähr 1 Stunde vorher aus dem Kühlschrank genommen) , 50g Zucker und die Gewürze verteilen, dann errst das rechte dann das linke Drittel überschlagen, einmal um 90° drehen und wieder ausrollen, auf dem mittleren Drittel 2 El Zucker verteilen , nochmal zusammenlegen und dann auf der gesamten Länge wieder 2 El Zucker verstreuen und wieder drittelweise zusammenlegen. Daran schließt sich eine halbstündige Pause im Kühlen (heute- Terrasse bei 2°) an.

Now the shape would have become important: rolling the dough on the floured counter into a rectangle, on the third in the middle I spread the butter, as ist was in lumps anyway I just strew it around…; the sugar and the spices, folding first the left third and then the right over the middle part, turning around 90° and rolling again, in the middle sugar (2 tbsp), folding again and sprinkle with sugar and folding again, the resulting package went into the cold for 1/2 hour.

Und ab hier gings dann schief- das Gebilde hatte in der Kälte Wasser gezogen, ließ sich nicht mehr ausrollen bzw nur unter starkem Reißen…. das Ergebnis- sehr schlechte Figur auf allen Seiten.

And from here on things went awry- the thing had drawn a puddle of water in the cold, rolling out did result in tearing, the result- let’s forget about it. Everything but a good shape on every side.

Also mußte was anderes her- ein Trostessen war gefragt, und was gibt es Tröstlicheres als Kartoffelbrei? In dem Feinschmecker-Bookazine „Siebecks Deutsche Küche“ (sehr empfehlenswert, wenn ihr das irgendwo auftreiben könnt zugreifen!) gibt es eine Variante, da schmilzt man oder frau schon beim Lesen dahin…. entdeckt vor ein paar Jahren gerade als ich wieder gegen das Unterschreiten einer für mich kritischen Gewichtsgrenze ankämpfte, kommt diese Herrlichkeit seitdem hier immer wieder auf den Tisch.

So something else was called for…. some comfort food. What could be more comforting than mashed potatoes? Some years ago, during a period of fighting against for me critical weight loss I found this recipe, (from Siebeck) and ever since it appears on our table now and then.

Die Kartoffeln- eine mehlig-kochende Sorte wie Gunda oder Augusta, schälen, in etwa gleich große Stücke schneiden und in Salzwasser gar kochen. Irgendwann so 20 min später ist es Zeit die Kartoffeln abzugießen, kurz wieder auf den Herd zurück damit die Flüssigkeit alle abdampft. Mit dem Stampfer per Hand kleinmachen, die in Stücke geschnittene Butter nach und nach einarbeiten bis eine gute Konsistenz erreicht ist- es darf auch ruhig etwas mehr als die 300g auf 1 kilo Kartoffeln sein, keinesfalls aber weniger! Ein wenig Muskat drübergerieben, und eventuell vorhandenes Beiwerk keinesfalls über das Püree geben, unbedingt daneben oder gar auf einen Extra-Teller. Ehrlich gesagt- gebraucht hätte ich meine Beilagen nicht wirklich, dieses Püree ist ein derart wunderbarer Genuß…… seid mutig und versucht es einmal!

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The potatoes- a floury variety such as Gunda or Augusta- I peeled and cut into pieces and boiled them in salted water. Some 20 min later they are done, get drained and back onto the stove on very low heat to let excess water vaporize. Mash with a masher by hand and work the butter pieces in 4-5 batches into the potatoes until a nice smooth purée results. It can be more butter but never less!  Some nutmeg grated on top,  side dishes as you have you put on the side or even on an extra plate, never on top of the purée. To be honest I would not have needed any of my side dishes, this purée is so absolutely delicious….. so take courage and try it out!

Hard facts

1 kg Kartoffeln- eine mehlig-kochende Sorte/ potatoes, a floury varity

Salz und Wasser zum Kochen/ salt and water for boiling

300 Butter (ich hatte frische Allgäuer Sennbutter) / fresh and of good quality

1 Prise Muskatnuß/ pinch of nutmeg

20 Gedanken zu “Denn erstens kommt es anders…. / expectations failed

  1. Ein Tipp meiner Ma, der sich bereits bewährt hat: Unbedingt etwas von dem Kartoffelkochwasser auffangen und dann zum Geschmeidigmachen wieder ans Pü geben. Das intensiviert den Geschmack unwahrscheinlich und hilft dabei, etwas Milch/Butter zu sparen. Ein Kartoffelpü ist so ein schöner Tröster…

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    1. Danke für den Tipp- weil so ganz einfach hat sich die Butter nicht mit den Kartoffeln verbunden. An letztere zu sparen wäre allerdings bei dieser Köstlichkeit doch verfehlt….
      ich könnt glatt schon wieder !

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  2. Besserer Trost als dieses Kartoffelpüree gibt es nicht! Danke, dass du trotz des Missglücks doch noch was für den Event gekocht hast!🙂 Und übrigens die Cookies sind super geworden.

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  3. Wir könnten ein paar Kilos tauschen, magst du? Ich hätte den einen oder anderen abzugeben.😉

    Der Lafer und der Mörwald machen übrigens Erdäpfelpürre, das zu gleichen Teilen aus Butter und Erdäpfeln besteht. Das ist zum Niederknien gut!🙂

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    1. hei das ist ja noch üppiger- wie kriegt man die Butter da noch rein? Ich find dieses schon so derart gut…

      und bin im Übrigen grade ganz zufieden mit meinem Gewicht… ich meld mich dann wenn ich wieder Kilos brauch!

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  4. Was ist denn die Steigerung von Rubensfigur??? Wenn ich nämlich diesen Kuchen und bzw. besser oder dieses zartschmelzende Püree essen würde, müsste man wahrscheinlich ein neues Gardemaß für mich erfinden!

    Hört sich alles sooo lecker an und das so kurz nach Weihnachten, seufz…

    Saluti aus dem warmen Mittelitalien von
    Elvira

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    1. Liebe Elvira- es kommt ja auch auf die verzehrte Menge an- und von dem Püree braucht man nicht viel, das macht sehr satt.
      Grüße zurück aus dem nicht ganz so warmen Süden Deutschlands….

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  5. Also, mit dem Unterschreiten einer kritischen Gewichtsgrenze hatte ich noch nie zu kämpfen, ich kann mir aber nur zu gut vorstellen, dass man mit diesem Problem nicht ernst genommen wird.
    Wie auch immer – Kouing Amman, das ist etwas Herrliches, ich liebe die Bretagne und ihre Küche sowieso. Und Kartoffelpüree, das liebe ich auch. Auch wenn es bei mir tatsächlich etwas weniger üppig daher kommt.

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    1. probiers mal… das macht wirklich einen gewaltigen Unterschied. Man glaubt das ja immer nicht…. aber es ist so.

      Und das Gewicht- ich bin echt froh dass es momentan aufwärts geht- da gegenzusteuern, dafür braucht es bei mir nicht viel.

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  6. Hui, das Pü kann nur gut schmecken, aber da ich nicht zulegen will, müsste ich die Menge der Butter wohl ein wenig anpassen.🙂
    Und zum Kougin, den hat Maren gerade gemacht. Das Rezept ist aus dem Curley (habe ich auch gerade) und klingt sehr erfolgsversprechend, falls du einen zweiten Versuch wagen willst.
    https://maluskoestlichkeiten.wordpress.com/2015/01/09/meine-heimliche-liebe-bretonischer-butterkuchen-aka-kouign-amann/

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    1. bei Malu wollte ich auf alle Fälle nachlesen- jetzt stehen aber erstmal noch andere Projekte an, und der Misserfolg muß sich setzen…..

      und lass das mit dem Anpassen- ess lieber wenig davon, das macht nämlich auch sehr satt. Die Menge reicht bestimmt für 5 Personen oder mehr, jenachdem was es dazu gibt.

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      1. na, ich bin gespannt… bestimmt gibt es war ganz Köstliches dazu. Wobei- eine schlichet Bratwurst oder sogar nur ein Ei täte völlig ausreichen, alles andere lenkt doch nur ab.

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  7. Halleluja!!! ……. ich hätte gerne einen Teller!!! Mhmhmmmm DAS sieht so Hammer aus!

    Wir hatten heute eine Art „Nudelpfanne“
    mit frischem Spinat, selbstgemachter Salsiccia und Ricotta …. wollen wir einen Teller tauschen?
    – Hab ich gestern auch schon mit Sina gemacht 😀

    … und …. Söri …. DER liebt ja NIRGENDS Stücke drin … aber im Kartoffelstampf …. GRRRRRR!

    Liebe Grüße … Katja

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