Kindheitserinnerungen, mit Sirup garniert/Childhood memories garnished with syrup

Ist der Mensch jenseits der 50 liegt die Kinderzeit doch schon eine ganze Weile zurück und die Erinnerungen verschwimmen gelegentlich ein wenig, vor Allem die ans Allgemeine und Alltägliche. Wie Essen zum Beispiel. Mußte jeden Tag sein, und ich war als heikle Esserin bekannt. Fleisch? Meist zu kau-intensiv, mit Ausnahme von Rindsrouladen und Göckele. Kartoffeln? In der köstlichen Bratensauce zerdrückt, verderben den guten Geschmack völlig. Fisch? Undenkbar, mit Ausnahme von Bückling und Schillerlocken. Wurst aufs Brot? Lieber Käse. Der wurde auch immer extra eingekauft wenn mein Besuch bei den Schwestern meiner Mutter oder der geliebten Oma anstand. Tilsiter, und „Lochkäse“, sprich Emmentaler, der damals, in den 60er Jahren, noch echt daherkam, mit langer Reifezeit. Also, ihr seht schon, das war nicht einfach mit mir. Gegessen wurde natürlich trotzdem was auf den Tisch kam, Extrawürste kamen nicht in Fragen- höchstens was besonders Schreckliches weglassen. Und irgendwann hatte meine Mutter auch ein Einsehen und setzte mir keinen Fisch mehr vor, ich kann mich zwar nicht mehr erinnern was ich stattdessen bekam aber an meine Erleichterung dass ich was andres kriegte, an die erinnere ich mich noch gut.

Being that side of fifty childhood is gone a long while and memories get murky, especially those concerning every-day-life and lifestyle in general. Like meals. Daily on the table- and I was known as being picky. Meat? Too much to chew most of the time with the exception of beef roulades and chicken broiled in the oven. Potatoes? Mashed into the delicious gravy spoiled all the fine aroma. Fish? Unthinkable, with the exception of some smoked varieties. Cold cuts of sausage put on a sandwich? I prefer cheese. Everybody bought extra cheese knowing I would come to visit with one of my aunts or my beloved grannie. Mostly Tilsit or Emmental cheese of the real quality, there was no fast-ripening those days. So you see feeding me was no easy task. Anyway I had to eat what came on the table, maybe leave something out if it got too bad. And at some point my mother came to an understanding and spared me from eating fish- don’t know what she put on my plate instead but still remember my relief very well. 

Als ich endlich ein Schulkind war und mit einigermaßen stabilisierter Gesundheit durfte ich viele Jahre lang die Sommerferien bei meiner geliebten Oma verbringen- Zeiten an die ich mich sehr gerne erinnere. Ich war das einzige Mädchen in dieser Generation, nur Cousins und Bruder- da war ich sozusagen die Henne im Korb meiner Oma, die selber 3 Töchter großgezogen hatte. Wir hatten viel Spaß zusammen, haben uns bei Heinz-Rühmann- Filmen vor Lachen auf dem Sofa die Bäuche gehalten, sie hatte nämlich schon 1966 einen Fernseher. Und ihr Garten- eine Wunderwelt für mich Stadtkind aus einer Mini-Wohnung. Da gab es Monatserdbeeren, immer so ein, zwei zum gleich vernaschen, Äpfel in allen Größen und Sorten- die natürlich noch nicht reif waren, aber trotzdem verlockend. Bohnen- die aber leider fädelig waren- frische Kräuter und Salat, Wiese, zwei Höfe, Schuppen, Garage, Wege…

Being a school kid finally and of somewhat more stable health I got to spend the summer holidays at my grandmother’s, times that are full of good memories. I was the only girl among cousins and brother and so held a special place with her, she having raised three daughters herself. We had a lot of fun together watching those movies with Heinz Rühmann and nearly falling off the sofa from laughing. She had  a tv even then in the middle of the 60ies. And her garden- wonderworld for the citychild I was. Strawberries, one or two to pick nearly every day, apples of all sizes and species, not ripe then but tantalizing anyway. Beans- with „strings“, sadly… fresh herbs and salad, meadows, two yards, shed, garage, footpaths….

Was ich dort zu essen kriegte- ich weiß es nicht mehr. Außer den fädeligen Bohnen erinnere ich mich noch dass samstags immer Kuchen gekauft wurde, ein halbes Blech Streuselkuchen und ein halbes Blech irgendwas anderes.  Aus den Äpfeln im Garten, eine ganz spezielle Sorte, wurde Apfelgelee gekocht- der Welt bestes Apfelgelee, der Meinung bin nicht nur ich sondern auch mein Sohn. Und es gab häufig Pudding, den ich mochte- zuhause gabs das so gut wie nie. Übergossen mit Himbeersirup, den ich weniger mochte- viel zu süß für meinen Geschmack.

What she served- I do not remember. Besides the stringy beans I recall the bought cakes on saturday, half a sheet of streusel and the other half something else. From some special apple species she made the world best apple jelly- not only me but my son thinks so too, still. And there was pudding (flan) for dessert which I liked, at home there was no such thing. Doused with raspberry syrup, that I did not like that much- too sweet for my taste.

 

Es wäre vermessen würde ich hier irgendwas kochen wollen- denn gelernt habe ich weder von Oma noch von Mutter, aus diesen und jenen Gründen… und so gibt es hier heute eine andere Rarität- das Rezept für Himbeersirup nach dem deutschen Arzneibuch, 6. Ausgabe, der zum Aromatisieren für Hustensäfte und dergleichen gebraucht wurde. Das waren noch Zeiten…. heute greift man zu künstlichen Aromastoffen und Zuckeraustauschstoffen… -no comment.

 

 

It would not be right to cook something here- I learned that neither from my mother nor from my grandmother – so I present you something else, a rarity, the recipe for raspberry syrup as of the german pharmacopia, 6th edition, used to flavour cough syrup and the likes. Those were times…. today artificial flavours and sugar substitutes are the thing….- no comment.

Achja, natürlich gab es damals auch noch andere Geschmäcker… und dies ist mein Beitrag zu Sandras Event Kindheitserinnerungen

Ah, of course there were other tastes avaulable too, then- mint and rhubarb shown above- and this is my contribution to Sandra’s event childhood memories.

 

8 Gedanken zu “Kindheitserinnerungen, mit Sirup garniert/Childhood memories garnished with syrup

  1. Also dass Du so ein „schleckiges“ Kind warst, hätte ich mir nicht gedacht. Toll zu sehen das wir immer mit den Challenges wachsen. Himbeersirup erinnert mich gleich an Gries Pudding, was für eine schöne Kindheitserinnerung!!!

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    1. ja, ich kann mir vorstellen dass das nicht ganz einfach war, vor Allem konnte ich auch unendlich langsam essen. Und leiden, an zähem Fleisch, holzigem Kohlrabi oder eben fädeligen Bohnen. Seltsam finde ich dass ich tatsächlich so wenig Erinnerung habe an das was bei uns gegessen wurde…

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  2. Nun hat meine Blogroll doch wieder brav funktioniert und Deinen Beitrag ausgespuckt🙂
    Himbeersirup, den mochte ich als Kind. Allerdings den pappsüßen in aus dem Supermarkt. Und wenn ich an die heutigen Hustensäfte, grade die für Kinder denke, da schüttelt es mich. Brrrrr.

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  3. Mir wär dieser Himbeersirup im Hustensaft allemal lieber als irgendwelche Sachen aus der Retorte. Leider kann ich es mir aber nicht aussuchen. Aber zumindest kann ich mir aussuchen, was ich esse oder nicht.😉

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  4. Ich glaube, alle Kinder sind irgendwo krüsch. Mit frischem Gemüse hätte man mich jedenfalls sehr weit jagen können damals – dafür konnte das Süße eigentlich nie süß genug sein, jaja, die Zeiten ändern sich.😉

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