Wildschweintaschen/ Boar-Ravioli

Mehrfach habe ich schon über die schöne Gegend in der ich das Glück habe zu leben berichtet, dieses Eckchen vom Schlaraffenland. Wälder in denen wildes Leben gedeiht, Bauern die alle Arten von wunderbarem Obst und Gemüse anbauen, von wunderbarer Qualität und durch direkte Vermarktung zu sehr erschwinglichen Preisen. Auch die Produzenten von Eiern und Fleisch kann man bei ihrem Leben zusehen…. man muß halt ein bißchen die Augen aufmachen.

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Now and then I already mentioned that I live in a region that may be a corner of the land of milk and honey with woods where wild life thrives, farmers that grow all kinds of wonderful fruit and vegetables of high quality and as much of this is sold directly the prices are affordable, very much so. We can watch how the producers of eggs and meat grow and live- if we only open our eyes a little.

Meine Küchengewohnheiten haben sich in den mittlerweile über 20 Jahren hier sehr dem Lauf der Jahreszeiten angepaßt, selten nur kommt es vor dass Dinge die hier wachsen außerhalb der Saison auf den Tisch kommen- im Winter wächst halt hier nix, Orangen, Zitronen , Bananen, Granatäpfel- die wachsen hier sowieso garnicht.

So my kitchen habits have adapted a seasonal rhythm during the more than 20 years of living hereabouts and very seldom something out of season finds its way on my table. Oranges, lemons, bananas, pomegranates, those are things that will probably never grow here and appear during the winter when nature here sleeps mostly.

Wie sehr liebe ich den Frühling, wenn wieder frisches Grün zu sehen ist und die Schilder auf dem Markt verkünden: eigener Anbau! Herrlich!

How much do I like spring whith the green re-emerging and the signs at market stalls say: grown here, own produce. Wonderful!

Und so kredenze ich heute zum ersten Blog-Geburtstag von Simone und ihrer S-Küche ein Gericht dessen Zutaten zu nahezu 100% aus dem Umkreis von vielleicht 25 km meiner Wohnung stammen. Wo überall sich das Wildschwein rumgetrieben hat bevor es dem Jäger vor die Flinte lief, das entzieht sich meiner Kenntnis…. und Gewürze wie Nelken und Pfeffer, die wachsen einfach auch nicht grade vor der Haustüre, und sind für so ein feines Gericht doch unentbehrlich.

So today for the first birthday of Simone and her blog S-Kueche (S-Kitchen) I present a dish made of ingredients nearly all grown within 25 km of where I live. Where the boar roamed before the gamekeeper got it I cannot know… and without spices like pepper and cloves grown in faraway places this would not be complete.

Nudelteig  und ich, wir sind noch keine besten Freunde…. diesmal fügte er sich nicht sogleich zusammen. Deswegen hier Roberts Anleitung, die ist zweiefelsohne gelingsicherer als meine. Den feingehackten Bärlauch habe ich unter das Öl gemischt und dann zugefügt; und da der Teig etwas zu trocken war hab ich die einzelnen Portionen vor dem Durchwalzen mit feuchten Händen grade nur so benetzt, dann war die Konsistenz richtig und es entstanden wunderbare Teigbänder, leicht gesprenkelt vom Bärlauch.

Pasta dough and me, we are not yet best friends…. this time it acted a bit dry. So I give you Robert’s instructions, they are much more promising than mine, no doubt about that. The finely chopped bears’s garlic leaves I mixed with the oil before adding, and to remedy the dryness of the dough I handled it with wet hands which improved it so that I succeded in producing wonderful ribbons of smooth dough, lightly sprinkeld with green from the herbs.

Für die Füllung wurde das Wildschweinfleisch in Würfel geschnitten und ganz leicht angefroren, dann kam es in den Mixer, ich war zu faul den Fleischwolf auch noch in Betrieb zu nehmen, nach und nach das gewaschene und grob gehackte Grünzeug dazu, das eingeweichte Brötchen, Gewürze und das Ei, als letztes folgten die Speckwürfelchen die mit der Zwiebel zuvor in etwas Sonnenblumenöl angeschwitzt wurden.

The meat for the filling I cut in cubes and put it a few minutes into the freezer, then it came into the food processor as I was too lazy to fetch the meatmincer , bit by bit the roughly chopped greens followed, the soaked bread roll, spices and egg, last came the bacon and the onions whom I sauteed a bit in sunflower oil before adding.

Und nun gings ans Füllen- eine Bahn durfte meine Italienerin bearbeiten, die macht ganz wunderbare Suppenmaultäschle in nullkommanix…. für den Rest kam endlich die Raviolo-Klappe erstmals zum Einsatz. Und ich stelle fest- ich bin sehr zufrieden, das Ausstechen, Füllen und Zusammenklappen geht recht zügig, die Taschen sind ringsum verschlosssen, so kann sich die Füllung nicht ins Kochwasser davonmachen, was hier wahrscheinlich auch nicht passiert wäre aber man weiß ja nie. Und hübsch aussehen tun sie auch noch- oder was meint ihr?

Then came the filling procedure, one ribbon with the aid of my italian pasta maid, she fabricates very nice small soup ravioli in no time at all, and for the rest I finally used the new ravioli flap for the first time. And I state I’m fine with it, the cutting, filling and sealing went quite well and fast, the pockets are sealed properly so that no filling may disappear into the boiling water, this would of course not have happened here but- who knows? And nice-looking they are too, don’t you agree?

Nun dürfen die Taschen in leicht siedendem Wasser oder Brühe 10 minuten ziehen- und können dann sofort gegessen werden, müssen aber nicht! Wir haben diese Köstlichkeit ganz einfach mit Zwiebelchen in der Pfanne angebraten und einen Salat aus Babyspinat und Speckwürfelchen dazu genossen- außerhalb der Reichweite meiner Mini-Kamera.

The pockets are put in simmering water for about 10 minutes, and may be eaten just like that, but need not! We enjoyed them browned gently with some onions in a pan, along with a fine salad of baby leaves spinach and bacon- and out of reach of my camera.

Nudelteig/ pasta dough

300g Mehl Typ 550/ flour type 550

150g Durum Semolina Rimacinata

3 Eigelb/ egg yolks

2 -3 Eier/ eggs

(am Besten wiegen- ungefähr 270g Ei-Masse gesamt/ best use a scale, about 270g of egg+ yolks whole)

2 El Öl/ tbsp oil

6 Blätter Bärlauch, gehackt/ leaves bear’s garlic, finely chopped

 

Füllung/ filling

300g Wildschwein, gehackt/ minced boars meat

1 Schüssel frisches Grünzeug (hier 1/3 Bund Bärlauch, ebensoviel Petersilie, Babyspinat, Zwiebelgrün und etwas Thymian)/ bowl of greens (here 1/2 bunch bear’y garlic, just as much parsley, greens of onions and a little thyme)

1 kleines Brötchen in Wasser eingeweicht/ small bread roll soaked in water

1 Ei / egg

60g Speckwürfelchen/bacon finely dices

1 Zwiebel feingehackt/ onion finely chopped

1/2 Tl Quatre-Epices/ tsp

1/2 Tl Salz/ tsp salt

Gesalzenes Wasser oder Brühe zum Kochen/ Salted water or broth for simmering

 

Heimat- eine sehr individuelle Angelegenheit

Home- a very individual thing.

.

.

19 Gedanken zu “Wildschweintaschen/ Boar-Ravioli

  1. Ich bin zwar kein Freund von Wild, aber ich würde sehr gerne mal probieren!! Und *Neid pur* ein Ravioli-Aufsatz! Wenn es den mal für meine Küchenmaschine gibt – sofort meiner😉

    Und ich erwähne besser nicht, dass meine Ravioliklappe hinter den Schrank gefallen ist. Stand anständig in der Verpackung auf dem hohen Vorratsschrank, nun liegt sie dahinter – mindestens wohl solange, bis es eine neue Küche gibt… irgendwann mal o.O

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  2. Ninive! Da bin ich einmal eine Woche weg und was passiert. Du machst – WILDSCHWEIN RAVIOLI / MAULTASCHEN. Wie toll hört sich dass denn an? Also davon würde ich mir gerne einen Teller nehmen, das ist ja mal eine super Idee. Ich liebe Wild sowieso, wenn ich nur an den zarten Rehrücken denke den es immer im Hasen gab…
    Bei Deiner Beschreibung hast Du mich gleichzeitig noch dran erinnert dass ich schon lange keine Wurst mehr hergestellt habe. Muss ich auch mal wieder machen.

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    1. oh ja, die Wurstfabrikation, die steht bei mir ja auch noch an… und Wild kommt hier häufig auf den Tisch, ich habe ganz gute Kontakte zu jagenden Menschen hier in der Gegend. Dann muß es nicht immer der große Braten sein…

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  3. Oh mein Gott!
    WAS ist das toll zu lesen ……. und die Bilder ….
    DA möchte ich mich glatt in eine „Datei“ verwandeln
    und zackkkkkkkkkkk ab durchs Internet-Kabel……
    ….
    aber was nützt es mir …. ist ja nichts mehr übrig …
    *heul*schnief*

    Ich ziehe meinen Hut
    und
    wünsche dir ein zauberhaftes Wochenende!
    Katja

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  4. Ich nehme an es ist nichts mehr übrig. Oder?
    Diese Wildschweintaschen wären genau meine Kragenweite.
    Was die Wildschweine bei mir angeht, so stammen die neuerdings aus der Gegend von Hersbruck (also gute 30 km von hier).
    Dort gibt es eine sehr große Population, denn ein Jagdgebiet wurde nur schlampig betrieben. Zwei Rotten mit jeweils 20 Tieren von denen wenige älter als ein Jahr sind, dazu noch eine weitere Rotte mit ganz kleinen Ferkeln machen die Gegend unsicher.
    Die Bauern der Umgebung packt das nackte Grauen ob dieser Zahlen.
    Schließlich wollen sie dieser Tage ihre Kartoffeln setzen. – Was aber wenig Sinn macht, denn die Schweinchen werden sie zu finden wissen.

    So viel auch zum Thema Vegetarische Ernährung.
    Dort will niemand etwas davon hören.

    LG, Peter

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    1. ja, die Flurschäden durch Wildschweine sind auch hier ein Thema, ganz abgesehen von den Ausflügen der Schweine auf die Autobahn, die glücklichweise seltener geworden sind.
      Zudem, es gibt auch Gegenden gerade bei uns in D und Mitteleuropa, da ist außer Weide-Vieh kaum Landwirtschaft möglich…
      Wie immer, das richtige Maß zu finden, darin zeigt sich die wahre Kunst. Die Maultaschen sind ein gutes Beispiel…. (g).
      Grüßle
      Ninive

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    1. Laufen doch bei euch bestimmt auch rum, Wildschweine…. hier gibt es das sogar häufig in den ganz normalen Metzgereien. Hier hab ich Abschnitte von einem Stück Schnitzelfleisch verwendet, das war ganz prima.

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  5. Kompliment für diese Ravioli, das hast du wunderbar hinbekommen😉 Davon hätte ich gerne eine Portion, könnte ich jetzt sogar um diese Uhrzeit vertragen (denn wir kommen gerade von einem Restaurant-Besuch, über den wir lieber mal den Mantel des Schweigens hüllen, d.h. kein Blog-Eintrag….

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  6. Nun wollen wir uns aber nicht mit dem Hartweizengrieß aufhalten. Dein Rezept ist ja sowas von richtig bei meinem Event. Und dass ich zwischen dem vielen Salat und Rhabarber jetzt was Handfestes zwischen die Kiemen bekomme ist auch sowas von richtig! Und ich lihiebe Wildschwein! Vielen Dank für den schönen Beitrag.
    Liebe Grüße,
    Simone

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    1. Hartweizengrieß gibt es tatsächlich in unsrer Mühle zu kaufen, der „rimacinata“ aus Italia, ich gebs zu, der war schon im Teig drin bevor ich die Maultaschen mit Simones Event in Verbindung brachte…. die Füllung war klasse. Nicht mal was übriggeblieben zum Einfrieren….

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  7. Was für feine Ravioli. Und hübsch noch dazu. An Wildschwein komme ich nicht so leicht, das war bei meinen Eltern auf dem Land einfacher.
    Dieser Ravioli-Einsatz sieht beeindruckend praktisch aus; das weckt Begehrlichkeiten bei mir🙂

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