Tango & Toast

Auf meinem weihnachtlichen Gabentisch haben sich wieder einmal mehrere Bücher eingefunden, und die kleine Arbeitspause zu Anfang des neuen Jahres gibt mir Gelegenheit mich ausgiebig mit diesen Büchern zu beschäftigen- zwei von den dreien hab ich bereits durch, Bücherfresserin die ich bin. Zum Glück lese ich gerne mehrfach, der erste Sprint dient dazu zu wissen was passiert, der zweite Lauf bringt mir die Feinheiten der Handlung nahe, versteckte Hinweise auf spätere Ereignisse und überhaupt die Zusammenhänge, und weiteres Lesen dient dazu mich an der Sprache zu erfreuen- wenn diese denn ein erfreulicher Aspekt des Buches ist.

Among christmas presents some books were found, a few days break from work gives me a chance to indulge…. two out of three I already devoured. Luckily I re-read most of my books, first I sprint through eager to learn what happens ‚til the end. Second comes a closer look on connections and hints and all that, and after that I enjoy the art of language- if there is art of that kind to enjoy.

Dies Buch muß seine diesbezüglichen Qualitäten erst erweisen, begeisternd genug für den Versuch einer kulinarischen Rezension zugunsten shermins Lesehunger hat es sich auf jeden Fall gezeigt. Auch wenn die kulinarischen Aspekte mit der Lupe gesucht werden müssen…. denn es geht um Anderes. Musik, Perlen, Betrügereien….. Liebe. Auch wenn der Text auf der Rückseite etwas in die Irre führt: „Ein ganz und gar außergewöhnlicher, ein vollkommener Liebesroman!“ steht da. Liebe kommt schon  vor, allerdings doch von einer etwas zweifelhaften Qualität, zumindest räumt der Autor romantischer Stimmung keinen Platz ein, mehr Leidenschaft als Liebe, so scheint es mir.

This book has to prove its qualities in that regard, fascination enough even after the first read to try and write a kind of culinary review for shermins „Lesehunger“- hunger for books it provided already. Even if culinary aspects are somehow scarce…. other things are prominent. Music. Pearls. Fraudulences. Love….. The words on the cover I find a little misleading: “ An utterly unconventional, a perfect love story“. Love may be found but of a somewhat dubious quality, no romantic feelings, more passion, vehement.

Max Costa, ein Lebemann der den Erfolg seines Lebens auf gutem Aussehen, Umgangsformen und mal mehr mal weniger krummen jedenfalls nützlichen Beziehungen gründet, begegnet als Eintänzer auf einem Ozeandampfer der schönen Mecha Inunza und ihrem sagenhaften Perlencollier. Deren Ehemann, zeitgenössischer Komponist,  ist besessen davon Ravels Bolero mit einem „wahren“ Tango zu übertrumpfen, und so tauchen die drei auf der Suche nach den Wurzeln des Tango für ein paar Stunden in zwielichte Kaschemmen der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires ein, in eine mit Drogen, Gewalt und Leidenschaft aufgeladene Atmosphäre.

Max Costa, bon-vivant who relies on his good looks, good manners and connections of more or less crooked if useful kind; working as gigolo on a transatlantic ocean steamer meets Mecha Inunza, beautiful, and her equal beautiful pearl collier. Her husband, contemporary composer, is obsessed with writing a „true“ tango to surpass Ravels Bolero and so the three of them dive into the demi-world of Buenos Aires, in dubious honky-tonks, an atmosphere charged with drugs, violence and passion, in search of the true tango and its roots.

Parallel dazu wird aus der Jetzt-Zeit berichtet, gut 30 Jahre später begegnen sich Mecha und Max zum dritten Mal in ihrem Leben, sie tänzeln eine Weile umeinander herum mit Halbwahrheiten und undurchsichtigen Manövern, bis Mecha Max dazu bringt seine mühsam aufgebaute Existenz zu riskieren, für ihren Sohn, das Schachgenie. Der möglicherweise auch sein Sohn ist.

A second strand starts 30 years later when Max and Mecha meet again, tiptoe around each other with half-truths and shifty manoeuvers until Mecha wins Max over to risk his precious stable existence for the sake of her son the chess genius. Who may be his son too…

Die Geschichte mit ihren zwei parallel erzählten Strängen ist voller Spannung, um Max und Mecha würde ich im wahren Leben wohl eher einen Bogen machen und dennoch hat mich das Buch gefesselt, der Spannungsbogen ist sehr virtuos „gespannt“. Der besondere Einblick in die „bessere“ Gesellschaft der 1930er Jahre macht Spaß, wer hat schonmal näher mit einem hauptberuflichen Eintänzer zu tun gehabt?

The story with those two strands is full of suspense- Max and Mecha are characters I would not choose as friends but the book caught me anyway, the arc of suspense is stretched with virtuosity and the special insight into the upper class of the 1930ies is fun- who of us has ever met a professional gigolo who earns his wages as dance partner for lonely women?

Gegessen wird in „Dreimal im Leben“ eher wenig und Unkonkretes, mehr getrunken, Negroni vom älteren Max, immer mal wieder sitzt Mecha beim Frühstück mit Toast. Also gibt es heute Toast….

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Meals are nothing important in this book, the older Max likes to drink a „Negroni“ and Mecha is now and then found breakfasting on toast. So toast it is….

Orientiert habe ich mich am Vollkorntoast aus Lutz Geißlers Brotbackbuch sowie beim Brotdoc, herausgekommen ist ein sehr aromatisches Brot das auch ungetoastet prima schmeckt.

Mostly I worked with Lutz Geißlers whole wheat toast and also looked here, and got a really tasty bread that we enjoy even un-toasted.

Am Vorabend hab ich die beiden Vorteige angesetzt, einfach in einer Schüssel jeweils verrühren und über Nacht stehenlassen, den Sauerteig im Warmen, den Hefe-Ansatz eine Stunde warm angehen lassen und dann in die kühle Speisekammer.

Am nächsten Morgen dann das Kochstück verrührt und aufgekocht und ebenfalls stehengelassen.

The evening before I mixed both starters, just stirred together and let sit, the sourdough warm, the yeasty dough after one warm hour in the cool pantry.

Come morning I cooked the cooking piece (just stirred together and brought to a boil) and let that sit, too.

Am frühen Nachmittag gings dann los mit dem Teig, alle 3 vorbereiteten Teig- Stücke sowie das restliche Mehl und den Yoghurt mit der Maschine auf 1 zwei Minuten rühren, dann eine halbe Stunde stehen lassen. Nach dieser Zeit kommen die restlichen Zutaten dazu, es wird zunächst auf Stufe 1 für 5 min gerührt dann auf Stufe zwei für weitere 8 min, und tatsächlich löst sich der sehr feuchte Teig recht gut vom Rand und auch teilweise vom Boden der Schüssel. Ich hab ihn dann auf die bemehlte Arbeitsfläche gekippt, etwas mit den Händen bearbeitet und zurück in die gut bemehlte Schüssel, für 90 min warm gestellt. Dann wieder auf die Arbeitsfläche gekippt, etwas geknetet, in zwei Hälften geteilt, diese zu länglichen Strängen geformt, umeinanderrumgewickelt und in die gefettete Kastenform gelegt. Mit einem feuchten Tuch begdeckt ins Warme gestellt, so für ungefähr 150 min, und ab und zu mal einen Blick draufgeworfen. Backofen mit Schwaden auf 200° vorgeheizt, das Brot rein, nach 10 min den Schwaden ablassen, nach weiteren 25 min die Ofentür leicht geöffnet für 5 min, dann kam das Brot raus. Leider kam es nicht so ganz freiwillig aus der Form, nach 5 min ungefähr gings und ich hab es dann nochmal ein paar Minuten ohne die Backform in den noch warmen Ofen gestellt.

Vor dem Backen/ before baking
Vor dem Backen/ before baking

Early in the afternoon came the work- all three starters + flour + yoghurt kneaded at low speed for 2 min, then let rest for 30 min. Then came the remaining ingredients, kneaded for 5 min on low, for 8 more minutes at lightly increased speed and indeed the dough although sticky came loose from the bowl…. I dropped it onto the floured counter, worked a bit with the hands and put it back into the floured bowl for about 90 min. Then I dropped it out again, kneaded a bit, made two parts, shaped them into coils and slung them around each other. Then they went into the prepared loaf pan and set to rise for around 150 min, now and then took a peak. Then the  bread came into the preheated (200°C) and moist oven, after 10 min let the vapour out, after 35 more min open the door slightly for the last 5 min. Then I tried to remove the bread from the pan, this was a bit difficult, and put the bread for some more minutes into the still warm oven.

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Ob dieser moderne Toast in der vornehmen Welt von Max und Mecha eine Chance gehabt hätte?

Would this modernized toast have had a chance in the world of Mecha and Max?

Hard Facts

Sauerteig/ Sourdough

120g Dinkelschrot/ cracked spelt

120g Wasser/ water

12g Sauerteig-Starter/sourdough starter

 

Hefeansatz/ yeast starter

120g Weizenruchmehl (Typ 1200) wheat flour type 1200

120g Wasser/ water

0,1g Frisch-Hefe/ fresh yeast

 

Kochstück/ cooking piece

20g Dinkelschrot/ cracked wheat

95g Wasser/ water

 

endgültiger Teig/ final dough

150g Dinkelschrot/ cracked wheat

170g Weizenruchmehl (Typ 1200)/ wheat flour type 1200

170g Yoghurt

1 Eiweiß/ eggwhite

50g geröstete Sonnenblumenkerne, die Hälfte davon gemahlen/ roasted sunflower seeds, half of them chopped

12g Rapsöl/ rapeseed oil

35g Honig/ honey

11g Salz

17 Gedanken zu “Tango & Toast

  1. Ein schöner Beitrag: Lesen und backen, das ist ja wie im Paradies.
    Ich musste spontan an Wolfram Fleischhauers „Drei Minuten in der Wirklichkeit“ denken, da geht es doch auch so atemberaubend um Tango.
    Toast hätte ich Rosamunde Pilcher zugeordnet! Nach einer traumhaften Gartenreise durch Cornwall habe ich mit den beiden Freundinnen, mit denen ich unterwegs war, erstmals einen Pilcherfilm angeschaut u dazu haben wir Toast u Orangenmarmelade und Tee gekommen – Kult, halt…
    Das damalige Toast war aber nicht so aufwändig wie deines – Quellstück hatte ich damals noch nicht gekannt.
    Klingt prima! Werde ich demnächst mal wieder backen!
    Liebe Grüße
    Cheriechen

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    1. Für einen anderen hätte ich auch die Mühe nicht auf mich genommen, – muß noch ein Eiweiß bei den Zutaten ergänzen, bevor jemand in die Küche stürzt….. Und Tango, lang lang ists her… ich glaub nicht dass ich mich noch dran erinnere wie er eventuell zu tanzen ginge…

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