Schokoladenkuchen/ Chocolate Bundt Cake

Für mich muß es nicht immer unbedingt essbar sein, das Seelenfutter- oft genug hilft auch der Griff zu einem Lieblingsbuch, so eins bei dem während des Lesens ganz langsam in den Mundwinkeln ein Lächeln entsteht, das sich über die Augen ins Gemüt bis ins Herz ausbreitet um noch lange dort nachzuwirken….

For me, the „soul-food“ has not always to be something to eat, as often as not I grab a good friend out of my bookshelves, one that  is able to wake a slow smile, starting at the corner of the mouth, spreads all over the face until it reaches the heart, where it may stay….

Kennt ihr das auch? Grade an so erkälteten Tagen wie ich sie fast hinter mir habe, zum Glück! – Tage, an denen jeder Handgriff zu viel erscheint und man sich vorkommt wie der buchstäbliche Jammerlappen ist so ein Buch unbezahlbar. Und so hab ich mir als Gegengewicht zum Schnupfen das wunderbare Buch „Alles Glück kommt nie“ von der bezaubernden Anna Gavalda aus dem Regal geholt, der Zauber hält auch mehrmaligem Lesen stand, für mich erhöht sich der Lese-Genuß sogar eher noch- kenne ich den Verlauf der Geschichte bereits kann ich mir viel mehr Zeit lassen um in sprachliche Finessen, stilistische Feinheiten, kurz gesagt die Erzählkunst der Schrifstellerin einzutauchen.

Was sich bei diesem Buch lohnt- die Übersetzerin Ina Kronenberger hat sehr gute Arbeit geleistet und erzeugt eine wunderbare und irgendwie sehr französische Stimmung…. für mein Empfinden zumindest.

One those days of not feeling well – as I experienced just now with my cold- when every flick of the wrist seems just too much to do and one feels like the proverbial moan bag such a book is priceless. So this wonderful book  „Consolation“ written by the enchanting AG was just perfect to balance out the effects of my cold, the enchantment stays even after repeated re-reading which I personally enjoy. Being familiar with the plot and action already I can take my time and pay attention to linguistic finesse, style, and the whole art of storytelling  the writer shows.

This book makes it worth- while- at least the german translation that I read creates with a wonderful and somehow exclusive french mood (hope the english does that as well, french would be best, of course)

Charles Balanda, Pariser Architekt, knapp vor fünfzig, wird durch einen Brief mit der kurzen Nachricht

„Anouk ist tot“ aus der Spur seines Lebens getrieben. Er scheint sich zu wehren, gegen eine wahre Flut von Erinnerungen, Erinnerungen an seine Kindheit, Anouk, die Nachbarin, Alexis, deren Sohn, Nounou, der mehr als exzentrische „Babysitter“, an die Jugend, als der Freund abstürzt in eine Drogenkarriere, und immer wieder der unfassliche Gedanke- Anouk ist tot. Er muß herausfinden was passiert ist, es läßt ihm keine Ruhe. Und als es endlich soweit ist, er erfährt von den letzten Lebensjahren dieser speziellen Nachbarin-Freundin, hält schließlich einen verschnürten Karton als Vermächtnis von ihr im Arm- kommt der Knall, er läuft gegen einen Lieferwagen und ändert sein Leben. Fährt zum Freund aus Kindertagen und schimpft, weint und lacht mit ihm- und begegnet der Liebe, unverhofft und unwahrscheinlich, unglaublich und so wagt er selbst nicht daran zu glauben.

Charles Balanda, parisisan architect nearing fifty, receives a threeword letter „Anouk is dead“ . Those few words throw him off course, he seems to fight it, fight a flood of memories, of his childhood, Anouk the neighbor, Alexis her son, Nounou the most improbable childsitter, memories of youth, of his friend gliding down the lane to drugs, and always that thought prevails- Anouk is dead. He simply  has to know what happened. As he finally is told about what has happened to that very special neighbor friend and receives a legacy in the shape of a tied up package the bang happens, he is hit by a truck and changes his life. Drives to see his childhood and youth friend, scolds him, cries and laughs with him- and meets love. Unhoped for, unexpected, not likely to happen and so he does hardly dare to believe.

„Bis sich seine Pupillen an die andere Beleuchtung gewöhnt hatten, waren seine Geschmackspapillen schon außer Rand und Band.

Prousts Combray, die Rückkehr.

Dieser Geruch. Den er vergessen hatte. Den er verloren geglaubt hatte. Der ihm komplett egal war. Den er verachtet hätte, der ihn aber jetzt dahinschmelzen ließ. Der Geruch nach Schokoladenkuchen, in einer echten Küche in einem echten Haus gebacken.

Er hatte nicht die Zeit sich das Wasser im Munde zusammenlaufen zu lassen, weil er aus dem Staunen nicht mehr herauskam. “

 

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“ Until his pupils adapted to the different lighting his taste buds where already besides themselves.

Prousts Combray, the return.

That smell. That he had forgotten. That he believed was lost. That was all the same to him. That he would have despised but that had him melting down now. The smell of chocolate cake, baked in a real kitchen in a real house.

He had no time to get his mouth watering because he was so full of wonder and amazement“

(my own translation)

 

Der erste Kontakt zu seinem Stück vom Glück- was also liegt näher als diesen Geruch zu reproduzieren? Ich backe einen Schokoladekuchen.

Einen traditionellen Kuchen der in keinem Backbuch zu finden ist, ich hab das Rezept handschriftlich von einer guten Freundin meiner Mutter, die mir die Grundzüge des Backens beigebracht hat. Im Lauf der Jahre hab ich es ein wenig an meine heutigen Bedürfnisse angepaßt, was dem Geschmack nur zugute kommt.

First contact to his personal consolation- and so I re-create that smell and bake a chocolate cake.

It’s a traditional bundt cake not out of any book but I got the recipe from a good friend of my mother- who led my first steps into the  mysteries of baking.

Der erste Schritt- die Mandeln werden mit dem Mixstab fein gemahlen.

Aus praktischen Gründen kommen als Nächstes die Eiweiße dran, mit einer Prise Salz werden sie zu steifem Schnee geschlagen.

In einer weiteren Schüssel werden Butter, Öl und Zucker schaumig gerührt, dann kommen die Eigelbe und Gewürze dazu.

Nun wird das Mehl, das Backpulver und die gemahlenen Mandeln zugegeben, vorsichtig anfangen zu rühren und nach und nach Milch und Rum zugeben. Wenn sich alles zu einem Teig verbunden hat, das Eiweiß unterheben und in die vorbereitete Backform einfüllen.

First step- grind the almonds.

Next step- beat the egg-whites with a pinch of salt until foamy and white.

In another bowl beat butter, oil and sugar until white and foamy and add eggyolks and spices.

Now add flour, baking powder and grated almonds, stir cautiously and add the milk and rum gradually, at last fold in the beaten egg-whites.

Die Backzeit beträgt ungefähr 40- 50  min bei 180° Heißluft, unbedingt mit Stäbchenprobe prüfen!

Nach 10 min Abkühlen kann meine neue Form zeigen ob sie hält was sie verspricht- der Kuchen wird gestürzt und tatsächlich, ich höre schon den „plopp“- alles wunderbar ohne jegliche Manipulation rausgegangen.

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Baking time lasts around 40-50 min, 180°C circulating heat. Test if done with a stick!

10 minutes out of the oven turn the cake – now my new baking mould can show it’s qualities- yes! I can hear a small „plopp“- the cake came out of it’s own will, no interference necessary.

Nun kriegt der Kuchen eine Pause zum Abkühlen, bevor die Glasur draufkommt.

Die Schokolade und Kuvertüre wird gemeinsam über einem warmen, nicht heißen! Wasserbad gerade so geschmolzen, dann kriegen zunächst die Spitzen eine Schokoladenhaube und dann der Rest, immer schön von unten nach oben auftragen. Mandelsplitter sofort aufstreuen, und nochmals eine Stunde ruhen lassen vor dem Anschnitt damit die Glasur hält.

Some cooling time is needed before the glaze comes on.

The chocolates are just melted on a warm – not hot!- baim-marie, I start around the top and when that is covered I brush the chocolate on from bottom to top. Then the almond slices are strewn over and another hour or so of resting time, then the glaze is firm enogh and the cake can be devoured cut.

Noch ein wenig zurück zu unsrer Geschichte- was mir so besonders daran gefällt- wie Anna Gavalda spielt, einmal ist sie im Gedankenkarussel unsres Charles, dann wieder genaue Beobachterin, zwischendurch auch mal Erzählerin, Autorin

„Der Autor lehnt die Verantwortung ab. Zwischen dem „Überflüssigen“ und dem „Wesentlichen“ zu unterscheiden.

Und verläßt sich, anstatt Urteile zu fällen, lieber auf die Feinfühligkeit seines Helden.

Sie hat sich bestens bewährt.

Er schlägt dessen Skizzenheft auf.“

Und schon geht die Geschichte weiter,  die fröhlich- chaotische Aneinanderreihung all der vielen Einzelheiten die in diesem Skizzenheft die wunderbarsten Sommerferien die man sich nur vorstellen kann, hat man einmal das Astrid-Lindgren- Alter hinter sich gelassen, einfangen….

Back to our story, what I like best about it is how Anna Gavalda plays around, she – and we with her- is deep in the swirling thoughts of our Charles, then the close observer, in between she is naratress, author

“ The author declines all responsibilty. To decide between the „dispensible“ and the „essential“.

And, instead of casting judgements prefers to rely on the sensitive and delicate character of her heroe.

Who have proven themselves very well.

He opens his sketchbook“.

(Once again, my personal translation)

And again the story continues, the merry and somehow helter-skelter succession of lots and lots of details that catch the most wonderful summer imaginable for us who have passed the age of Astrid Lindgren….

Hard Facts

100g Butter

50g Sonnenblumenöl/ sunflower oil

90g Zucker/ sugar

3 Eier/ eggs

100g geriebene Mandeln/ grated almonds

2 Bittermandeln, ebenfalls gerieben/ bitter almonds, also grated

3 El Kakaopulver (echtes, kein Kaba) / tbsp cocoa powder, (the real thing)

1 Tl echter Vanillezucker 10%/ tsp vanilla sugar 10%

6 El Milch/ tbsp milk

300g Mehl Typ 405/ flour type 405- a fine cake quality

1 Päckchen Backpulver/ sachet of baking powder

2 El Rum/ tbsp rum

Glasur/ Glaze

30g dunkle Kuvertüre/ dark couverture chocolate

50g dunkle Schokolade/dark chocolate

1-2 El Mandelsplitter/ tbsp almond slices

Wenn euch jetzt der Lesehunger gepackt hat, dann macht es euch gemütlich, mit einer Kerze, einer Kanne Tee,- und Charles Balanda und seinem bißchen Glück….

If your hunger for books has caught you now, indulge, light a candle, have some tea, and join Charles Balanda and his consolation.

Oder träumt wenigstens ein bißchen, von Frankreich, von Paris…. und lächelt

Or do dream a little, of France, of Paris, …. and smile

.

16 Gedanken zu “Schokoladenkuchen/ Chocolate Bundt Cake

  1. Liebe Christine,
    endlich, endlich finde ich mal eine ruhige Minuten, um angemessen bei dir kommentieren zu können. Wie schön, dass du Anna Gavalda gewählt, und sie mir damit in Erinnerung gerufen hast. Ich hatte damals „Zusammen ist man weniger allein“ ausgeliehen und gelesen und fand die Geschichte wunderhübsch. Und Schokoladenkuchen ist mir sowieso das Liebste.🙂

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  2. Ich muss gestehen seit dem Internet lese ich nicht mehr so viel. Zurzeit aber doch wieder mal, dank Pimpimella einen Allgäuer-Krimi. Dazu würde ein Stück deines Kuchens aber auch gut passen.

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  3. Anna Gavalda hilft doch immer – und fast gegen alles…..besonders, wenn es dann noch solch einen Kuchen dazu gibt.
    Bei mir gibt’s heute auch Schokokuchen – jetzt muss ich nur noch zum Bücherregal wandern….

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    1. ja, ich schau immer mal wieder wann es endlich was Neues von Anna Gavalda gibt- und habe beim diesmaligen Lesen noch was Neues entdeckt, zumindest hatte ich die vorigen Male den Mini-Hinweis auf das andere Buch (Zusammen ist man weniger allein) nicht bewußt wahrgenommen.
      Schönen Sonntag!

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  4. Lesegenuss gepaart mit Musikgenuss und dann noch als Draufgabe ein leckerer Schokoladekuchen in einer umwerfend gut aussehenden Form. Da kann die Seele wirklich baumeln. Ich werde einmal nach Deinen Seelenfutter graben. Das Buch klingt sehr interessant.

    Bei mir wartet auch gerade ein Kuchen in der Küche, der noch angeschnitten sein will. Aber mein Seelentröster ist im Moment noch immer der Dokumentationsfilm „Searching for sugarman“ Der hat mich in der Tat gut über meine Erkältung gebracht. Nachdem ich ihn schon zum vierten Mal angesehen habe, finde ich immer noch neue Aspekte durch die Erzählungen der Beteiligten, die mich auf unerklärliche Weise berühren, nachdenklich stimmen und gute Träume verschaffen.

    Liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    Anna

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    1. nach dem Film müßte ich mal Ausschau halten, Filme und Fernsehen sind ja irgendwie gänzlich aus meinem Leben verschwunden. Das Buch ist wirklich schön…. und der Kuchen immer wieder gut.
      Dir auch einen schönen Sonntag!

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  5. Den Kuchen werde ich gleich kopieren, Schokolade mit Mandeln ist noch besser als nur dunkle Schokolade. Bittermandeln gibt’s hier in den USA natürlich nicht, nur Almond Extract, mit dem man sparsam umgehen muss, sonst schmeckt alles wie billiges Kirscharoma.
    Ich habe auch solche Lieblingsschmöker, x-mal gelesen, und, weil schliesslich vom Zerfall bedroht (Paperbacks), inzwischen als e-books auf meinem Kindle. Ich werde dein Buch gleich mal bei amazon angucken.

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    1. ja, der ist gut, der Kuchen- wenn ich den zu Schulzeiten mal für so Geldsammel- Kuchenverkäufe mitgebracht hatte sind alle drüber hergefallen…..
      und ich hab angefangen (unter anderem) Georgette Heyer – in english- weil die schönen alten Übersetzungen wurden ja leider überarbeitet- aufs e-book zu laden.
      Wenn du was für Frankreich übrig hast, wird dir das Buch gefallen…

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