On the Rocky Road – to Ice!

Susanne wünscht sich Urlaub auf dem Teller– als Entschädigung weil sie dieses Jahr nicht selber verreisen kann, und zur Feier ihres ersten Blog-Geburtstags. Also krame ich in meinen Reise- Erinnerungen kulinarischer Art, die fangen schon sehr früh an, im Alter von 4 oder 5 Jahren. Wie viele Kinder wurde ich „zur Erholung“ geschickt, es war wohl auch nötig, mir ist noch der Vergleich mit „Biafra-Kindern“ im Ohr. Nun, und im schönen Schwarzwald zur rechten Jahreszeit gelandet gab es Gelegenheit täglich eine Handvoll echte Heidelbeeren zu sammeln, die nach der Mittagsruhe mit Milch und Zucker serviert wurden- ich habs geliebt! Beeren esse ich bis heute gerne so angerichtet….

Susanne wishes us to place vacation on our plates – first as compensation for she will not travel this season, and second for her first blogging-birthday. So I dive into my memories of culinary travel experiences- which start very early in my life. I can only have been 4 or 5 years old when I was sent to a health resort, as I could have posed for a biafra child any day this seemed necessary. And the blackforest resort was a blueberry heaven, each day I went into the woods and gathered handsfull of those which were served with milk and sugar after the afternoon-nap. Still I like my berries that way…

In eine reiselustige Familie hineingeboren, wie das bei Eisenbahnerfamilien eben so Tradition hat, waren wir trotz schmalem Geldbeutel viel unterwegs und die Sammlung von Reise-Erinnerungen jeglicher Art ist groß. Unvergessen jener Abend als mein kleiner Bruder beim Anblick der Schlachtplatte die unsere Mutter sich bestellt hatte durchs Lokal rief- „oh Sauerkraut, da kannst du nachher wieder furzen, Mutti!“

Natürlich gibt es auch Erinnerungen unangenehmer Art, die mehrere Tage dauernde Schiffspassage von Izmir nach Venedig, da war ich 13, und meine Eltern hatten unter anderem eine orientalische schwarze Wurst als Reiseproviant dabei- die brauchte ich nur anzuschauen und das Unheil nahm seinen Lauf.

Being born into a familiy of travelers, as railroad people tend to be, we went traveling a lot, even on a tight budget and so I have a vast collection of traveling memories of all kinds. Unforgotten that evening in a restaurant where my little brother catching sight of our mothers „Schlachtplatte“ (a kind of meat platter with sausages, pork, potato mash and sauerkraut)  exclaimed for all to hear: „oh sauerkraut, you will be able to fart later, mummi! „

Of course not only nice memories in that matter, the ship’s passage from Izmir, Turkey, to Venice, Italy, when I was 13 years old, lasted a few days and my parents had a kind of black oriental sausage as traveling fare. So, well, I only had to look at that one and fate took its course.

Früh fing ich schon an ohne Familie in der Weltgeschichte rumzugondeln und ganz eigene Erlebnisse zu sammeln; fantastisch die Riesen-Pizza in den USA, wir mußten nacheinander essen weil mit einer Pizza war das Mini-Diner-Tischchen voll…. die griechischen Lokale ohne Speisekarte wo wir in der Küche in alle  Töpfe guckten; das Menü in Frankreich was mit einer Zigarre für die Herren abschloß, was ein sehr zweifelhafter Genuß für Alle war…

Frühstück in der Türkei, mit der traumhaften Rosenblättermarmelade- und der faszinierenden Beobachtung wie viele Esslöffel Zucker kann man in eins dieser kleinen Tee-Gläschen einrühren?

Early in my teenage years I started traveling without parents  and gathering my very own experiences; fantastic the gigantic pizza in the USA, we had to eat one after another because one pizza filled the table to capacity….. greek restaurants without a menu where we looked in every pot in the kitchen; the several-course-menu in France including a cigar for the gentlemen, a very dubious affair for all….

Breakfast in Turkey with that unbelievable jam of rosepetals- and the fascinating spectacle of how many tablespoons of sugar fit into one of those small glasses filled with tea?

Nach wie vor ein Traum-Reise-Zeil sind für mich die USA- die Weite, die freundliche Art der Menschen miteinander umzugehen, und auch, man höre und staune, das Essen dort; sobald man sich traut und abseits der großen Fastfood-Ketten in richtige Restaurants geht gibt es überraschend viel Gutes zu entdecken. Na, und wofür sind die Amerikaner besonders berühmt? Richtig, Eiscreme!
Und so gibt es von mir heute eine Eiscreme, genossen hab ich das Original in New Orleans, eine „Kugel“- schwäbischer „Bollen“ wäre die passendere Bezeichnung-  von enormer Größe, und ein echtes Geschmacks-Erlebnis.

Nun, und da ich seit wenigen Tagen (nochmal ein dickes Dankeschön) Besitzerin dieses extravaganten Eiscreme- Buchs bin, zudem an allen Ecken und Enden des Internets Eiscreme gekocht und gerührt wird steht meiner Experimentierfreude nichts im Weg.

One of my dream destinations is still the USA- the vast country, the friendly way people treat one another and also the food- as soon as you leave those big fastfood-chains behind and visit real restaurants you can make some amazing discoveries. And, of course, one of those things the US are famous for is- icecream!

So today I serve icecream, I enjoyed the original in New Orleans, one cone of amazing size and a real taste adventure it was.

Furthermore being newly in possession of this extravagant Icecream book, also everywhere around the internet icecream is cooked and stirred, I can start with my experimentations.

Zunächst die Frage nach der Grundmasse, – wieviele Eigelbe? Hier habe ich einen Vergleichstest mit verschiedenen Eigelb-Gehalten gefunden, das neue  Buch verwendet immer 2 Eigelb auf knapp 400g Milch-Sahne-Mischung, ich habe mich für 3 entschieden. Wie fett? Das Buch verwendet 2/3 Milch 1/3 Creme double- nur war letztere nicht aufzutreiben, und so habe ich mich für Creme fraiche d’Isigny (Fettgehalt 36%) entschieden 1:1 mit Milch. Beides wird gemeinsam mit dem Kakao und Vanillezucker aufgekocht, in der Zeit werden die Eigelbe mit dem Zucker schaumig gerührt. Dann, unter ständigem Rühren, die kochende Kakao-Milch zu den Eigelben rühren und das ganze Gemisch langsam und unter beständigem Rühren auf knapp 90°C erhitzen- ich besitze zum Glück ein Thermometer hierfür.

Dann wird das Ganze gekühlt, mindestens 6 Stunden im Kühlschrank. Zeit genug um die Nüsse zu rösten, grob zu hacken und die Marshmallows zu zerteilen.

First question how to make the basic cream- how many eggyolks? Here I found a helpful testseries, the new book uses two yolks for about 400g of milk-cream-mix, so I decided on three. How fat? The book uses 2/3 milk and 1/3 heavy cream- the latter not being available I used creme fraiche (fat content 36%) 1:1 with milk. Both those get boiled with the cocoa powder and vanilla sugar, meanwhile in an extra bowl whipping up the eggyolks with the sugar. Then, always stirring, pour the milk-mix into the egg-mix, put it on low heat and, stirring and stirring, heat up to short of 90°C – lucky me, I got a thermometer.

Then the whole mass should cool for at least 6 hours in the fridge. Time to roast the nuts, chop them coarsly and part the marshmallows.

Rocks for the road
Rocks for the road

Nach der Kühlzeit kommt die Grundmasse  in die Eismaschine, und wenn sie kalt genug ist wieder zurück in die Schüssel und kräftig mit Nüssen, Marshmallows und Schokosplittern verrührt, dann sofort in den Eisschrank für nochmals 2-3 Stunden. Ein langer Weg bis zum Genuß…. und ein lohnender, diese Rocky Road, die zartschmelzende Schoko-Eiscreme wär schon ohne Alles sehr fein, mit den krachigen Nußstückchen und den weichen Marshmallows- unvergleichlich- eine Eiscreme bei der sich das Selbermachen lohnt. Denn erstens ist sie hier sowieso kaum zu kriegen, zweitens kann man nach seinem Geschmack die Zutaten variieren und andere Nüsse oder auch weiße Schokolade verwenden.

Urlaub auf dem Teller, auch wenns nur ein Tellerchen ist…..

After the cooling time the mass goes into the icecream-maker, when it seems done back into the bowl and in come the nuts, marshmallows and chocolate, stir under and put the whole thing into the freezer for 2-3 hours. Finally, the wait is over…. and rewarding is this rocky road, the creamy icecream would be fine on itself, the crunchy nuts, the soft marshmallows- simply wonderful and an icecream that is worthwhile the effort. Difficult if not impossible to find around here, and you can vary according to taste, use other nuts or white chocolate. 

Vacation on the plate- even if its only a small bowl….

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Hard facts

200g Creme fraiche d’Isigny 36% Fettgehalt/ Creme fraiche or heavy cream

200g Vollmilch/ full fat milk

2 Tl  dunkles Kakaopulver/ tsp dark cocoa powder

1/2 Tl echter Vanillezucker 10%/ tsp vanilla sugar 10%

3 Eigelb/ egg yolks

90g Zucker/ sugar

40g Mandeln, geröstet und grob gehackt/ almonds, roasted and coarsely chopped

40g Pecannüsse, geröstet und grob gehackt/ pecans, roasted and coarsely chopped

5 Marshmallows, in je 8 Stücke zerteilt/ each cut in 8 pieces

2 El Schokosplitter/ tbsp chocolate chips

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17 Gedanken zu “On the Rocky Road – to Ice!

  1. Wow, was für ein Rezept! Und so wie sich das liest, lohnt sich jeder einzelne Schritt und jede gewartete Minute? Creme double hab ich übrigens noch nirgendwo gefunden, mein Supermarkt führt das nicht, dafür gibt es Marshmallows in Massen🙂 Mir steht also nichts im Wege!
    Liebe Grüße!
    Julia

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    1. also- alle Testesserinnen waren begeistert, ich denke schon dass es sich lohnt. Und wichtig ist halt ein gewisser Fettgehalt, eventuell kann man auch einen Löffel Mascarpone unterrühren….
      Danke fürs Vorbeischauen sagt Ninive

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  2. Da ich nicht so der Fruchteis-Fan bin (Lieblingssorte immer noch irgend etwas Schokoladiges, wie auch bei Joghurt), käme mir diese Eiscrème gerade recht!🙂
    Und ja, man kann in den Staaten hervorragend essen! Schade, dass viele immer nur an Fast Food denken. Die Freundlichkeit und auch der rücksichtsvolle Umgang miteinander dort ist uns auch immer in sehr positiver Erinnerung geblieben.
    Jetzt würde ich am liebsten in den nächsten Flieger hüpfen…
    Saluti
    Ariane

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  3. Erholungslager kenne ich auch. Da wurde ich zweimal geschickt. War eine tolle Zeit. Viel Wasser, Schwimmen, Vollyball, andere Kinder… erinnere mich gerne daran. Rocky Road kenne ich von Masterchef Australia – als Dessert. Als Eis ist es neu für mich…

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  4. So als ehemaliges Biafra-Kind (meine Mutter musste immer wortreich und ausufernd erklären, dass es bei uns wirklich genug zu essen gibt) kenne ich die “ Erholung“ zur Genüge. Leider nur negativ…grauenhaftes Essen, welches unter Androhung von Strafe aufgegessen werden MUSSTE.

    Deine Eiskreation begeistert mich. Das Aufessen sicher ein Genuss! 🙂

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  5. Eis geht immer😀

    Und wirklich tolle Reisen habt Ihr unternommen! Da kann ich mit einem Nordsee und Gran Canaria-Urlaub während der Kindheit nicht mithalten, aber das wurde mittlerweile alles nachgeholt😉

    Meine Bericht für das Event ist auch schon vorbereitet, geht wahrscheinlich diese Woche noch online …

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