Frauengeschichte(n) / womens (hi)stories

Kürzlich hatte ich Gelegenheit  Stuttgarter Geschichte aus Frauensicht zu erlaufen, bei einem Stadtspaziergang mit sachkundiger und unterhaltsamer Führung, weiblich, natürlich. Ein Nachmittag außerhalb der Alltagsroutine, nicht nur interessant, die Geschichten haben mich auch nachdenklich gestimmt. Ich bin sehr froh so jung zu sein wie ich bin, in dieser unsrer Zeit mein Leben zu führen dessen Richtung ich selbst bestimmt habe, mag es anstrengend sein wie es will.

Not long ago I had the opportunity to learn some things about Stuttgarts history as connected with women, as I attended a walk with an entertaining and knowledgeable guide, female, of course.  An afternoon spent outside my daily routine that left me thankful for living  now, in my time, being able to create my way of life, demanding, stressful, sometimes exhausting as it may be.

Nehmen wir zum Beispiel die Königin Katharina von Württemberg, die aus Rußland kommend – man höre und staune- unerträglich fand dass Mädchen keine Möglichkeit hatten eine ordentliche Schule zu besuchen. Immerhin existierte die Schulpflicht für alle und Volksschulen in denen Lesen, Schreiben, Rechnen und der Katechismus gelehrt wurde. Höhere Schulen waren der Männlichkeit vorbehalten, bis zur Gründung des noch heute existierenden Königin-Katharina-Stiftes, wo immerhin Englisch und Französisch gelehrt wurde- auch von berühmten Männern wie  Eduard Mörike der „Fräuleinslektionen“ gab.

Let’s look at Katharina von Württemberg, who came from Russia, of all countries and saw that she could not tolerate the non-existent possibilities for girls education she found here, besides primary school where reading, calculating and catechism were taught to all children. Higher education was reserved for the boys only. She changed that and founded the still existing Königin-Katharina-Stift, where at least french and english could be learned, sometimes from famous men like Eduard Mörike who gave „Fräuleinslektionen“ – lectures for the  little misses.

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Denn erst zu Anfang des 20. Jahrhunderts beschloß der Gemeinderat auch Frauen die Ausbildung zur Lehrerin zu ermöglichen, eine Begründung war dass die Töchter unter anderem auch der anwesenden Räte hin und wieder „sitzenblieben“, nicht zu verheiraten waren- und damit der Familie auf der Tasche lagen. So wurde eine Möglichkeit geschaffen wie diese „alten Jungfern“ ihren mageren Lebensunterhalt selber bestreiten konnten- immerhin. Sie mußten aber unverheiratet bleiben um als „Fräulen“ Lehrerin arbeiten zu können.

In the beginnings of the 20ieth century the local council decided to allow for females to study to become teachers, one of the arguments that won the councilmen over was that better to have a teacheress in the family who could support herself than a spinster whom the familiy was obliged to support. Of course, those misses teacheress could not marry- or must quit teaching.

Eine weitere bemerkenswerte Frau war Therese Huber; eine der ersten Redakteurinnen in Deutschland, und zwar vom „Cotta-schen Intellligenzblatt für gebildete Stände“, für das ursprünglich ihr Mann schrieb- oder war es so dass ihr Mann von ihr schreiben ließ? Jedenfalls, nach seinem Tod konnte sie tatsächlich Herrn Cotta überzeugen und wurde als selbtsändige Redaktuerin eingestellt. Verlassen hat sie den Verlag im Zorn- als ihr ein junger Mann „zur Seite gestellt“ wurde, mit dem dreifachen Gehalt…..

Another remarkable woman was Therese Huber, one of the first female editors in Germany. Her husband published in the „Cotta news sheet for the intelligent classes“ , maybe what she wrote anyway…. so that after he died Mister Cotta could be convinced to hire her instead. She left the publisher in anger when he hired a young man to work with her- triple salary included for he was a man, after all….

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Mit zum Schönsten was, zumindest für „Foodies“, Stuttgart zu bieten hat ist die Markthalle, an der, wie könnte es anders sein, Frauen schuld haben. Denn als eines Winters zwei junge Marktfrauen auf dem Stuttgarter Wochenmarkt erfroren sind, wurde die erste Markthalle in Stuttgart gebaut. Die Schienen die heute noch zu sehen sind waren nicht nur für Waren- Waggons, sondern auch den Marktfrauen die aus den Vororten ihre Waren mit der Straßenbahn transportierten sehr nützlich. Wobei die Straßenbahn an sich schon eine große Erleichterung darstellte, – es gibt eine Haltestelle „Ruhbank“ , dort waren Bänke aufgestellt an denen sich-  in vor-Straßenbahn-Zeiten- die Frauen mit ihren Körben auf dem Rücken ausruhen konnten.

One of the most beautiful places in town, at least for „foodies“ , is the Markthalle – market hall thats existence, of course, is due to women. Winters can be cold in Germany (as can be summers too, as we all know) and once two young market women froze to death in the open market-place and so a closed market hall was build. The rail tracks that still can be seen today provided not only transport for wagons  but also for the market women- before that they had to walk all the way with the goods on their backs. A tram stop named „Ruhbank“ – bench to rest- is located where those women rested on special benches on their long and strenuous way.

Es gäbe noch mehr zu erzählen, vom ersten Landtag nach dem 2. Weltkrieg der eine sehr hohe Frauen-Quote aufwies und wo damals bereits Eingaben zum § 218 gemacht wurden; von Morden aus Leidenschaft, Künstlerinnen die in der Gesellschaft eine Rolle spielten… wie so oft, mir alles zu merken ist unmöglich; Zuhören ist mir viel wichtiger als Notizen zu machen- und so bleibt es bei diesem kleinen Einblick- und dem bereits eingangs erwähnte Resumee- gut, besser, jetzt zu leben- besonders als Frau. Auch wenn es noch manches zu tun gibt.

So I could tell still more, of the first parliament after world war II where the female quota was high and those women fighted for womens rights besides rebuilding the country; of crimes of passion, of artists that played a part in society…. impossible to remember everything, listening is more important than taking notes, to me at least, and so I leave you with this small insight – and the already mentioned feeling of thankfulness to live my womanly life nowadays. Even if there are still things to do.

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Schönen Sonntag wünsch ich allen Alten und Jungen, Frauen und Männern, und den Kindern auch…

Have a nice sunday, all of you, young, old, man, woman and children….

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15 Gedanken zu “Frauengeschichte(n) / womens (hi)stories

  1. Danke!!!….wieder was gelernt und sehr sehr schön für uns zusammengefasst.

    Ein Riesenthema ist für mich die Frau im Hintergrund während der Mann ganz vorne die Lorbeeren einsammelt. Bis heute mehr als aktuell… 🙂 🙂

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  2. Vielen Dank für diesen interessanten geschichtlichen Rückblick. Da haben wir ja Glück gehabt, dass es soviele beherzte Frauen gab, die uns die Freiheiten verschafften, die wir jetzt genießen. …und ohne uns erst wie früher in einen „Mann“ zu verwandeln um uns in dieser Männerwelt zu behaupten. Tolle Songs dazu!

    2 Marktfrauen erfroren! Unglaublich! Aber früher hat es da wohl noch keine Kaufhäuser gegeben, wo man sich beim Eingang über das warme Luftgebläse kurz aufwärmen konnte. Ich bin auch schon einmal um 5h früh bei minus 20 Grad auf einem Markt gestanden. Das war bevor sich unser Kunsthandwerksverein dann entschlossen hatte, Fixplätze zu verteilen, damit wir zu christlicheren Zeiten erst auf dem Markt aufkreuzen mussten. Aber solange man jung ist geht das noch und eine liebe Marktfrau hatte fleissig ihre Rumflasche zum Aufwärmen verteilt.🙂

    Liebe Grüße
    Anna

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    1. Liebe Anna- ja, da haben wir Glück gehabt, manches davon ist noch nicht soo lange her- Ende der 60er Jahre mußte der Mann den Arbeitsvertrag seiner Frau unterschreiben- da war ich schon auf der Welt. Die erfrorenen Frauen waren schon deutlich länger her….
      Grüßle zurück!

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      1. Da bin ich ganz sicher.
        In MÜnchen und Frankfurt haben wir erst diese roten Busse gebucht, diese hop Dinger, und danach noch nach unserem Geschmack die Städte angesehen,..super war das.
        In Mailand auch, sowas sollte ich in Wien probieren.

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    1. ich bin ja sogar dort aufgewachsen- und wie das so ist, dort wo du bist, machst du doch keine Stadtführung oder so was mit! Zudem denke ich würden in den 60er Jahren solche Themen auch nicht angeboten worden sein. Umso besser hat mir das jetzt gefallen- und getan.

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