Zitronen und kein Ende- Lemon Meringue Tart

Seit ich diese herrlichen mallorquinischen Zitronen im Haus habe bin ich beständig auf der Suche nach Verwendungsmöglichkeiten- eine halbe wird täglich morgens ausgepreßt und bereichert den Frühstücks-Saft ungemein. Zitronenschalen und Saft geben Würze für alle nur denkbaren Gerichte von Hühnersuppe über Granatapfelsirup bis zur Füllung für Ravioli- dennoch, die Zitronen müssen auch hin und wieder die Hauptrolle spielen.

Und so schwebte vor meinem inneren Auge schon geraume Zeit eine Vision…. heute hab ich sie endlich in die Realität umgesetzt, den Ausschlag gab die Entdeckung des blog-events Getrennte Wege von Luna– sie wünscht sich Ideen für wenn Eigelbe oder Eiweiße übrigbleiben. Dieser Kuchen ist wohl eher einer bei dem das Eigelb als Rest anfällt- ich hatte auch ein Rezept gefunden bei dem die Bilanz ausgeglichen ist- nur das hätte ja nicht zum Event gepaßt.

Träumerei
Träumerei

Ever since those marvellous majorcan lemons found their way into my kitchen I’m forever looking out for possible uses. Each morning half a lemon’s juice augments the breaktfast juice, zests and juice spice up anything from chicken stock and pomegranate molasses to ravioli-filling- and still, now and then they have to play a major role.

So today a vision came into being- thanks to lunas event „divided ways“. She wants us to find ways for either egg whites or egg yolks, to deal with leftovers. This tart would be cause for such leftovers… I also discovered one recipe that uses an equal amount of both- but then, what about Luna?

Lemon Meringue Tart, das klingt schon sehr vielversprechend in meinen Ohren- ein Klassiker der aus England in die USA auswanderte und dort vor Allem in den Südstaaten sehr beliebt ist- eine Küche zu der es mich immer wieder sehr hinzieht.

Es geht los!

Lemon Meringe Tart- that name soundslike a promise. It came from England to the USA, no southern style buffet goes without. I like the southern kitchen!

Mürbeteig- Wurst
Mürbeteig- Wurst

Mürbeteig, für den habe ich inzwischen meine sehr eigene Vorgehensweise. Alle Zutaten werden auf der Arbeitsplatte aufgehäuft und nach und nach mit beiden Händen zu einem Teig verknetet, der darf dann eine Stunde in der Kälte ruhen. Derweil ruhe ich auch, oder beschäftige mich mit anderen Dingen.  Eine Tarte-Form wird vorbereitet- eingeölt und mit Bröseln ausgestreut. Dann nehme ich meinen Teig-Kloß, fabriziere daraus eine dicke Wurst und schneide davon Scheiben ab, so 7mm dick vielleicht, drücke die platt und lege den Boden der Backform damit aus. Diese Methode hab ich mal bei Jamie Oliver gelesen und finde sie spart viel Frust. Knapp die Hälfte des Teiges sollte für den Boden reichen. Den Rest Teig teile ich in 4 Teile, rolle die jeweils zu einem dünnen Strang, so dass es um den ganzen Rand reicht, lege diese dann am Rand entlang in die Form und drücke das Ganze am Rand hoch. So habe ich eine gleichmäßig ausgekleidete Form und keine Reste.

My very own shortcrust- all ingredients get heaped up on the working surface and I knead with both hands until I get a smooth ball of dough. This gets a cool rest for about one hour, and so do I, if not so cold. The tart pan gets prepared and my ball of dough I roll into something resembling a fat sausage. I cut discs, maybe 7mm think, and fill my tart pan floor with those. The remaining dough- not quite half- I shape into 4 long thin strands, just enough to go round the rim of my pan. I place them into the pan and squeeze them onto the rim. So, all of my pan is covered with dough- and no leftovers- adapted method from Jamie Oilver.

Pie Crust
Pie Crust

Dann- blindbacken! Das mache ich äußerst selten und bin noch immer auf der Suche nach etwas womit ich meinen Hülsenfrüchten die Backofen-Tortur ersparen kann. Heute kam Reis zum Einsatz, auf Butterbrotpapier, so ca 22 min bei 205°C (vorgeheizt), dann den blinden Reis raus und nochmal für 5 min in den Ofen.

„Baking blind“ we say in Germany- parchment paper and filled with rice on top the  crust goes into the oven for about 22 min (205°C preheated) – I don’t  do this very often because I want to spare my beans this baking process- maybe someday I will find something suitable. So, then I remoce rice and parchment and put the pan back into the oven for about 5 min.

so viel ungefähr
so viel ungefähr für die Füllung

Während der Boden bäckt gehts an die Zitronenfüllung- in einem Schlagkessel werden Eier, Zucker, Zitronensaft über dem heißen Wasserbad geschlagen bis eine cremig-helle Konsistenz erreicht ist- ungefähr wie Sauce Hollandaise. Das dauert so lange bis die Küche um das Wasserbad gründlich eingespritzt ist mit Eimasse- so ungefähr 10 min. Dann kommt Zitronenschale dazu und die Butter wird untergerührt. Das Ganze auf den vorgebackenen Boden schütten und ab in den Ofen, der inzwischen auf 180°C runtergedreht wurde- jetzt sind ca 12 Minuten Zeit um das Baiser zu rühren.

Hollandaise?
Hollandaise?

Time to prepare the lemon filling. In a stainless steel bowl put over a simmering bain marie sugar, eggs and lemon juice are beaten until creamy white and resembling sauce hollandaise. This needs about 10 minutes of beating, after that the kitchen around the bowl looks thoroughly sprinkled…. The lemon zest and the butter are folded in and the whole mass poured onto the pie crust and goes into the stove again- temperature reduced to 180°C. Time enough to prepare the meringue part- 12 minutes.

fast zu lange im Ofen gewesen...
fast zu lange im Ofen gewesen…

Wie hier beschrieben rühre ich auch diesen Schaum, wichtig ist dass er auf die heiße Füllung kommt, und das recht zügig- also nix mit kunstvoll spritzen sonder einfach mit dem Spatel draufdrücken, möglichst ohne viel hin und her zu bewegen, auch der Rand soll gut bedeckt sein

Nochmal in den Ofen, nach 10 min kontrollieren, bei mir hats 16 min gedauert bis die mir angenehme Färbung erreicht war.

gut bedeckt
gut bedeckt

I do this after my tested method– important to put it onto the hot filling without much moving, just gently pressing until all surface is covered, even the rim. I used the broad spatula.

And a last time into the oven, first peek after 10 minutes- after 17 minutes and several more peeks the colour pleases me.

Und- wie schauts aus unter der phänomenalen Haube?

And, what does it look like, under the phenomenal meringue topping?

super!
super!

Hard facts

Mürbeteig/ crust

250g Mehl Typ 405/ flour type 405

100g Butter/ butter

25g Pflanzenöl/ vegetable oil

90g Zucker/ sugar

2 El Milch/ milk

1 kleines Ei/ small egg

1Prise Salz/ pinch of salt

etwas geriebene Zitronenschale/ very little lemon zest grated

1/4 Tl Hirschornsalz/ tsp ammonium bicarbonate

Zitronenfüllung/ Lemon filling

3 große Eier/ large eggs

150g Zucker/ sugar

80 ml frisch gepreßter Zitronensaft/ lemon juice, freshly pressed

50g weiche Butter in Stücken/ soft butter cut in pieces

1 Tl geriebene Zitronenschale/ tsp grated lemon zest

Baiserhaube/ Meringue topping

4 Eiweiß /egg whites

50g Zucker/ sugar

60g Puderzucker/ powdered sugar

2 Tl Stärkemehl/ tsp corn- or potatoe starch

Inspiration hier / here

Ein zitroniger Traum von umwerfender Süße- ich werde wohl den Zucker überall etwas reduzieren im Wiederholungsfalle.

A dream of lemony taste and sweetness- next time I will reduce the amounts of sugar used in all three parts.

39 Gedanken zu “Zitronen und kein Ende- Lemon Meringue Tart

  1. hallo Christine- also bei der derzeitigen Wetterlage halte ich das für riskant. Du kannst den Boden vorbacken, und die Zitronencreme auch schon fertig kochen, am Vortag- und dann am Montag erst den Ofen anheizen, die Creme auf den vorgebackenen Boden und backen- das wird dann etwas länger dauern da die Creme und der Boden kalt sind. Und währen das backt, die Meringue rühren. Ansonsten läufst du Gefahr dass die Meringue- Haube sackt…

    Zauberflöte wär doch ein cooles Geschenk???

    Gefällt mir

    1. Wollt Dir hier auch schnell noch schreiben, wie super Deine Tarte geworden ist! Ich habs genau so gemacht wie Du es vorgeschlagen hast (hab auch weniger Zucker genommen)! Alle waren begeistert! Jetzt in Frankreich hab ich mir ein kleines Zitronen Meringue Törtchen als vergleich gekauft. Hat mir bei weitem nicht so gut geschmeckt wie die Tarte nach deinem Rezept! Danke!

      Und, bevor ich es vergesse…tolles neues Design! Gefällt mir sehr!

      Zauberflöte wäre tatsächlich ein tolles Geschenk, ich gebe zu ich spekuliere darauf das ich das zu Weihnachten oder zum Geburtstag bekomme😀

      Gefällt mir

  2. Ich bin schon wieder hier und starre deinen Kuchen an😀 so, ich werd es nun wagen denn wer nicht wagt, der nicht gewinnt! Kann ich ihn schon am Sonntag Abend machen, wenn er erst am Montag Abend gegessen wird?

    Viele liebe Grüsse Christine

    P.s. Hab meine Eltern auch zauberflötenheiss gemacht😉

    Gefällt mir

  3. Und hier kommt ein weiteres Lorbeerblatt für Deinen Ruhmeskranz: Sieht super aus die Tarte und ist genau das Richtige für meine eigenen Zitronen. Zurzeit gibt’s außerdem überall prächtige unbehandelte Zitronen aus Sizilien und Kampanien zu kaufen, die lachen einen richtiggehend an. Lemon Curd und Limoncello sind bereits gemacht, aber diese Tarte wäre was für Ostern, da haben wir nämlich Gäste. Danke für dieses wunderschöne Rezept! Saluti aus dem frühlingswarmen Cupramontana sendet Elvira

    Gefällt mir

  4. Hier gibt’s ja heute auch so leckeren Kuchen… ich bin noch mal neidisch, eben gerade bei der Turbohausfrau schon geschmachtet.
    Diese Methode für den Mürbeteig werde ich nächstes Mal ausprobieren, die Verarbeitunge desselbigen gehört nämlich zu meinen absoluten Hassarbeiten und der eine oder andere Teig ist auch schon mal durch die Küche geflogen😉

    Gefällt mir

    1. ja, der Mürbeteig…. mit salzigem bin ich auch noch nicht richtig befreundet- aber die J.O-Methode, zusammen mit dem Tip immer einen Löffel Creme Fraiche, Milch, oder Ähnliches, zuzufügen, die hat mir doch schon viel Frust erspart. Zeit brauchts immer noch- aber es klappt wenigstens sicher!

      Gefällt mir

  5. Ich sehe schon, Du bist ein absoluter Zitrusfrüchte Spezialist. Bei Dir wird wirklich alles mit viel Liebe und Geduld Schritt für Schritt schön verarbeitet. Sogar das Hirschornsalz hast du im Haus. Das ist natürlich ein Qualitätskuchen, der in Gedanken von mir schon den Stempel „Einzigartig“ hat oder unter die Rubrik „Unique sweets“ fällt und Bissen für Bissen genossen wird.

    Liebe Grüße
    Anna

    Gefällt mir

    1. hach, liebe Anna, dies Lob geht mir ja runter wie Öl- vielen Dank!
      Ich mochte schon immer gern Zitronen- und mit dieser tollen Qualität der Früchte macht das Entdecken und Auspropieren noch viel mehr Spaß.
      Grüßle
      Ninive

      Gefällt mir

  6. Herrlich, ich musste mehrfach schmunzeln bei der Beschreibung der Zubereitung. Zunächst beim Flickenteppichboden, dann bei der gesprenkelten Küche und zuletzt noch beim aufgedrückten (und bloß nicht gespritzten) Baiser. Eine süße Schweinerei. Vielen lieben Dank für deinen Beitrag. Ich freue mich sehr darüber, dass du mitmachst und dich extra für dieses Rezept entschieden hast.

    Liebe Grüße von der Luna

    Gefällt mir

  7. Hach! Das sieht ja zum Reinbeissen aus, ich will bitte soofoooort ein Stückchen verkosten.
    Das werde ich wohl auch nachmachen müssen, aber ich hoffe, das geht mit normalden Bio Zitronen auch, oder ich schau in 2 Wochen in Kroatien, da wachsen sie ja auch, die Zitronen.

    Gefällt mir

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s