Kiremitte Sardalya

So, nun ist es an der Zeit dass auch ich ein türkisches Gericht für Sultans Küchen vorstelle. Als ich das Thema mit zorra abgestimmt hatte fiel mir auf- wo kriege ich denn türkische Rezepte her? Im Haus jedenfalls gab es keine Lektüre um darin zu schwelgen, wie ich das so liebe. Und so machte ich mich auf die Suche nach einem Kochbuch. Dunkel erinnerte ich mich, vor Jahren in einer Ausgabe des Time- Magazine einen ziemlich euphorischen Bericht über ein Kochbuch das sich mit Sultans Küche beschäftigt gelesen zu haben, habs auch gefunden, das Buch- aber Zeit genug für einen Abstecher in die USA umd das Buch zu erstehen war nun wirklich nicht vorhanden. Also hab ich mich für das Zweitbeste, das mindestens ebenso euphorische Fans hat entschieden- „The Turkish Cookbook“ von Nur Ilkin und Sheila Kaufmann. Seit es im Hause ist, liegt das Kochbuch neben mir auf dem Schreibtisch, etliche Male von hinten nach vorne und wieder zurück geblättert- ein Gericht köstlicher als das Andere, jedes mit ein paar Sätzen zur Herkunft, Tradition, familiär oder historisch, eingeführt- alleine 8 verschiedene Börek sind enthalten- die werden auf alle Fälle alle ausprobiert, Börek gehört zu meinen Lieblingsspeisen.

mein türkisches Kochbuch
mein türkisches Kochbuch

Now, time for me to present something for the Sultans Kitchen. After having arranged the motto with zorra I realised I had nearly no source, no book to research, which I like very much to do. So I went in search of a book- having in mind something I read in Time magazin some years ago about a book on sultans kitchen, the author got really euphoric. Well, I found that book, but did just not have the time for an overseas travel to the USA to achieve it. So I settled for the second best, which came with equal euphoric critics- „The turkish Cookbook“ by Nur Ilkin and Sheila Kaufman. Ever since it arrived it stays with me on my desktop, browsed from end to beginning and back again, one dish more appealing than the other, each one gets introduced with a few words on its origins, traditions, sources. For boereks alone are  8 different types to be found- and to be tried all, of course, boerek being one of my all-time favorite dishes.

Nun hatte ich den Ehrgeiz etwas eher Unbekanntes aufzutischen, und da fielen mir gleich beim ersten Durchblättern diese Sardinen ins Auge. Frische Sardinen hab ich auf meiner Insel kennen- und schätzengelernt (Sipe sei Dank!), seit einiger Zeit hab ich die Möglichkeit alle Arten von Seefischen direkt vor Ort, so frisch wie es eben geht hier in dieser meer-fernen Gegend, käuflich zu erwerben, und also gab es diese Woche Fisch!

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Ambitious to present something less wellknown my eyes fell on those baked sardines. On my island I got acquainted with sardines (thanks to Sipe!) fresh from the sea. As now I have a fishmonger in my neighbourhood who sells sea-fish as fresh as can be that far away from the sea, I choose to serve fish!

Übersetzt hieße das Gericht in etwa- Sardinen aus dem Tongeschirr, die einleitenden Worte erklären wie gesund Sardinen sind und das Rezept kommt von der Ägäischen Küste.

The translation would be Sardines baked in clay, and they are introduced with a few words on how very healthy those fatty mediterranean fish from the aegais are.

Also, die Tonform wird mit Olivenöl gefettet.

Die Gemüse werden kleingeschnitten, der Knoblauch mit Meersalz zerdrückt und die Petersilie gehackt.

Die Fische werden von Kopf und Innereien befreit- eine Premiere für mich, zum  Glück ging das recht unkompliziert.

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Und dann- Gemüse, Knofi und Petersilie mischen, 2/3 davon in die Tonform, die Sardinen drauflegen, den Rest des Gemüses drüber verteilen, mit Salz und Pfeffer würzen, Olivenöl drübergießen und ab in den vorgeheizten Ofen. Sehr schnell fängt es an sehr verführerisch zu duften…. nach einer knappen halben Stunde kommt das Gericht aus dem Ofen, türkisches Fladenbrot dazu, mallorquinische Zitronenachtel, sehr schmackhaft. Da ich keine geübte Fisch-Esserin bin gibt es ein ziemliches Gefummel auf dem Teller…. wiegesagt geschmeckt hat es mir sehr gut. Und was das Schöne ist, was übrigbleibt kann einfach kalt als Salat genossen werden…

So we start and grease our clay baking dish with olive oil.

Then we cut the vegetables, crush the garlic with sea salt and chop the parsley.

The fish gets capitated and gutted- a first for me and I managed quite well.

And then, mix the vegetables, garlic and parsley, put 2/3 into the baking dish, lay the sardines on top, season with sea-salt and pepper to taste, put the remaining veggie-mix on top, drizzle with the olive oil and put the whole thing into the pre-heated stove. O, what a mouth-watering smell developed in no time….  half an hour, depending on the size of the fish, then I can enjoy, flat bread and majorcan lemon wedges as company on the plate. As I’m not that experienced a fish-eater I have to fiddle with the sardines to get to the edible parts- and they taste very nice. What’s also very nice, leftovers can be enjoyed cold as salad….

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Vielleicht nehm ich das Rezept mit auf meine kroatische Insel, um es dort einmal mit richtig frischem Fisch und richtig frischem Sommer-Gemüse wie es beides dort in Hülle und Fülle gibt zu genießen, ich könnte mir vorstellen dass es dann noch einmal um Klassen besser schmeckt.

Maybe this would be worth-while taking to my croatian island, for I can imagine if made from real fresh sardines and real fresh vergetables available there it could be even better.

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Hard facts

für 2 Personen/ serves 2

je nach Größe 4-6 Sardinen, Kopf ab und ausgenommen/ 4-6 sardines, depending on their size, heads and innards removed

2 Tomaten/ tomatoes

1-2 Knoblauchzehen/ cloves garlic

2-3 Frühlingszwiebeln/ spring onions

1 grüne, 1 rote Paprika/ green and red pepper 1 each

3-4 El Olivenöl/ olive oil

Meersalz, frisch gemahlener Pfeffer/ seasalt, freshly grated pepper

Backzeit 25-30 min bei 190° Ober-Unterhitze/ baking time 25-30 minutes, 190°C top-bottom-heat

Das Buch kann  hier näher nachgelesen werden. (One materiellen Vorteil für mich…)

The book you can find here. (no gaining, financial or otherwise,  for me there)

noch ein wenig…. mehr Meer

19 Gedanken zu “Kiremitte Sardalya

  1. Gut gewähltes Kochbuch. Ich hab ja auch eines im Auge. Nicht ganz türkisch aber dem Sultan würde das sicher auch gefallen. Es heißt „Sweets of Arabia“ von Chef Osama. Ist auch in Englisch.
    Sardinen kenne ich ja eigentlich nur aus der Büchse.🙂 Bei Dir sieht das dann gleich anders aus. So schön bunt und frisch.
    Liebe Grüße
    Anna

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  2. Um deine Fischquelle beneide ich dich. Da lebe ich hier leider in der Wüste.
    So ein Gericht begeistert mich total .
    Ein Essen, das mich sofort in den Sommer katapultiert. Terrasse, Hitze, Freunde…
    Das Buch bitzelt mich ja auch total….🙂 🙂

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    1. ja, um den Fisch- Wagen bin ich sehr froh, immerhin an drei Tagen die Woche und wirklich gut. Und das Buch…. jedesmal wenn ich es in der Hand habe will ich sofort in die Küche- hab schon mindestens viermal draus gekocht und die nächsten zwei Gerichte sind in meiner Vorstellung schon am Werden…

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  3. Hallo Ninive, Sardinen sind von allen Fischen die am kräftigsten schmeckenden und frisch zubereitet sind sie einfach unschlagbar. Die meisten Menschen kennen sie ja leider nur aus der Büchse und da ist der Genussfaktor vergleichsweise gering.

    Ich erinnere mich noch bestens an mein allererstes Sardinenessen, das war vor knapp 30 Jahren an einem Strand auch in Kroationen, aber nicht auf der von Dir erwähnten Insel. Unsere alten Freunde Pero und Sorga hatten die zuvor bei einem Fischkutter gekauften Sardinen auf einem primitiven Grill (Rost schräggestellt auf Metallstab, darunter Holzfeuer) ohne großes Brimbamborium nur mit etwas Zitronensaft beträufelt zubereitet und mit einem Salat aus sonnengereiften Tomaten (die nirgendwo so intensiv schmecken wie im Süden!) serviert. Am Ende standen wir kurz vorm Platzen – selbst mein damals 12-jähriger Sohn (früher ein eher schlechter Esser) stopfte sich die Fischlein hinein, was das Zeug hielt. Gegessen haben wir sie übrigens folgendermaßen: Fisch am Schwanz packen, Kopf zurücklegen, Schnabel auf und mit Stumpf und Stiel hinein damit! Übrig blieb nur das Schwanzende…

    Seufz, das waren noch Zeiten! Aber Dein Rezept hört sich auch ausnehmend gut an und wird bald einmal ausprobiert.

    Saluti aus dem Stiefelland von
    Elvira

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    1. Liebe Elvira,
      Ja, so frisch weg vom Kutter…..(träum) mit Stumpf und Stiel, ich glaub dafür waren meine Exemplare zu groß, es gibt ja auch kleinere bei denen geht das. Berichte mal wie es geschmeckt hat
      Grüße aus dem im Moment auch sonnigen Südwesten Deutschlands
      Ninive

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  4. Cool! Ich liebe Sardinen und habe endlich auch einen großen türkischen Supermarkt entdeckt, in dem es immer welche gibt. Bei den Deutschen kommen die wohl leider nicht so gut an, man sieht sie nicht so oft.

    Kommst du eigentlich aus Kroatien??

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    1. Ha, noch ein Fan- ich bin ja mit Fisch eher vorsichtig aber Sardinen esse ich sehr gerne, mein Lieblings-Sizilianer hat welche auf seiner Frito-Misto-Platte- immerhin. Ist halt ein Gefummel und vielleicht deshalb weniger beliebt weils man die Finger braucht…..
      Und nein, fliege aber seit einigen Jahren regelmäßig hin für meine Entspannungs- Auszeit.

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      1. Dort war ich noch nie, aber ich hab einige kroatische Freunde und mag die Menschen total gerne.
        Ich kann auch 2 Lieder absolut akzentfrei singen😉

        Das Kochbuch schau ich mir auch mal an, hab zwar eine türkische Schwiegermutter, aber sie ist schon länger nicht mehr hier und sie kennt ja auch nicht alle Gerichte. Ihr Essen ist aber eh unschlagbar!

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      2. ja, es ist irgendwie schade, dass bislang so wenig aus dem türkischen Küchenschatz den Weg zu uns gefunden hat. Kroatisch, ich bin dort so entspannt dass selbst die Sprache bisher spurlos an mir vorübergegangen ist, sehr uncharakteristisch für mich. Na, kommt alles noch- vielleicht sollten wir uns zusammentun mit unsren Fähigkeiten und Wissen….

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