Sonntagmorgenmusik

Für so einen aufgeregten Organismus wie meinen (was die Vorgänge in Hirn und Gemüt durchaus einschließt) ist ein gewisses Ausmaß an Strukturen im Alltagsleben wichtig. Die dürfen durchaus veränderlich sein, sich den Veränderungen im Leben anpassen, wichtig ist es einfach dass sie da sind, gelebt werden und damit ein gewissermaßen Fixpunkte an Zuverlässigkeit und Ruhe im Alltagstrubel darstellen.
Sehr genieße ich den Sonntagmorgen, und heute besonders- die Entlastung durch den gestern geschriebenen Artikel hat prima funktioniert, bin erleichtert ein- und ausgeruht aus- geschlafen, die Sonntagszeitung lag bereits im Kasten, das Frühstück liegt hinter mir und ich sehe meinen sonntäglichen Aktivitäten mit Freude entgegen.

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Der Sonntagmorgen wird begleitet von klassischer Musik, das ist schon seit vielen Jahren so; als Angehörige der sich auf dem Rückzug befindenden Lerche (siehe hier) genieße ich seit vielen Jahren mein Sonntagsfrühstück in einsamer Pracht- begleitet von klassischer Musik. Anfangs vom Plattenspieler, aus der Plattensammlung meines Vaters- nach und nach dem eigenen Geschmack entsprechend ausgebaut. Und dort steht Klaviermusik an ziemlich erster Stelle- so auch heute- Chopin war die Wahl des Tages.

Wer darf spielen? Ein Flügel, die Noten, das sind die vorgegebenen Zutaten, die der Mensch am Instrument mit Leben füllt.
Und, youtube sei Dank, ich kann vergleichen ohne dass meine Sammlung explodiert, womöglich mit Aufnahmen die für meinen Geschmackt verzichtbar wären.

So stoße ich heute morgen, nach dem Frühstück und Genuß einer Stunde Chopin, wunderbar interpretiert von Vladimir Askenazy (siehe oben)
auf diese Aufnahme:

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Die Kommentare unter dem Video sind gewissermaßen schuld an diesem Artikel, die Heftigkeit mit der viel Ablehnung daherkommt, kann ich nicht ganz nachvollziehen. Und natürlich, wie so häufig, taucht in diesen negativen Äußerungen kein Gegenbeispiel auf, wer es denn „besser“ macht. Volle Konzentration aufs Negative (aber das ist eine andere Geschichte).

Also mache ich mich selbst auf die Suche….

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Selbes Stück, anderer Mensch,… ist die eine Aufnahme wirklich „besser“ als die andere? Anders, bei Lang-Lang spürt man den Walzer, das Tanzbein möchte sich in Bewegung setzen- Martha Argerich spielt weicher, mein Kopf wiegt sich in den weichen Schwingungen. Entsprechend der Stimmung in der ich mich befinde ziehe ich die eine oder die andere Interpretaion vor- ein Urteil darüber was nun „besser“, oder wie die Kommentare meinen „schlechter“ ist maße ich mir nicht an. Besser als alles was ich je auf dem Klavier erreichen kann, so viel ist sicher.

Der Vollständigkeit halber auch noch eine zweite Version des ersten Stücks:

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Und nun, wie ist eure Meinung, zu verschiedenen Interpretationen und deren Be- und Ver-Urteilung?

2 Gedanken zu “Sonntagmorgenmusik

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