Reisen…

veredelt unsren Geist und räumt mit allen unsren Vorurteilen auf.

Eine Kurzreise liegt hinter mir und entgegen meiner sonstigen Gewohnheiten habe ich mich auf den Weg gemacht ohne im Vorfeld Informationen über das Ziel meiner Reise zu sammeln.

Schon die Fahrt war erlebnisreich, 4 Stunden mit dem Zug in lebhafter Gesellschaft (es gibt Menschen die reden selbst wenn ihr Mund voller Fischbrötchen ist) und durch interessante Gegenden- vor Allem die Strecke zwischen München und meinem Ziel, Salzburg, hat mich überrascht. Viel Wasser, auf den Feldern Pfützen so groß dass sich darin ganze Entenfamilien niedergelassen haben. Später höre ich, die ganze Gegend ist von Mooren durchzogen, wovon Wasser nun mal ein wesentlicher Bestandteil ist.

Kein Wunder dass ich mich bei so viel Wasser plötzlich in Übersee befinde- erstaunt bin ich allerdings schon, so bescheiden hatte ich meine Geografie- Kenntnisse denn doch nicht eingestuft. Übersee liegt bisher in meiner Vorstellung weit weit westlich, und beginnt in Boston oder New York. Ein Vorurteil beiseite gelegt und meinen Geist erweitert, und das bevor ich überhaupt ankam! Übersee liegt am Chiemsee in Bayern und somit in durchaus erreichbarer Nähe.

Die nächste Überraschung läßt nicht lange auf sich warten, der Zug fährt im bayrischen Freilassing kaum mehr richtig an, mehr oder minder übergangslos heißt es – nächster Halt Salzburg.

Salzburg begrüßt mich mit strömendem Regen, so daß das Programm an diesem Reisetag eher kurz ausfällt, im ehrwürdigen Hotel Sacher gibt es einen Suppentopf und Tee und natürlich die berühmte Torte.

Nach einer gut durchschlafenen Nacht lacht zwar nicht die Sonne, die tiefhängenden Wolken verhüllen die Berge die ich inzwischen auf der Landkarte entdeckt habe, sie halten allerdings dicht und so geht es in die altehrwürdige Innenstadt von Salzburg. Schönes gibt es dort zu sehen, beeindruckend die Häuser die direkt in den Berg hineingebaut sind.

Noch ist Festspielzeit und so ist Salzburg ein Tummelplatz der Reichen und der Schönen. Plötzlich sind wir ganz nah dran, im (jaja, altehrwürdigen) Kaffee Fürst, (das im Übrigen die Echten Salzburger Mozartkugeln herstellt) nehmen drei Damen und ein Herr die Nebentische in Besitz, die sofortige Assoziationen an den Film „Der Tod steht ihr gut“ wachrufen. Ob die wohl Mengenrabatt bei ihrem Schönheitschirurgen kriegen? Wir sind beide etwas fassungslos, meine Gastgeberin und ich, das Damen-Trio mit Anhang liefert noch manchen Gesprächsstoff. Reich? Schön? Dann lieber weder noch…..

Am Sonntag zeigt sich dann doch noch die Sonne, und auch der eine oder andere Berg läßt kurzzeitig sein Nebel- und Wolkenkleid fallen- wir nutzen die Gelegenheit für einen ausführlichen Spaziergang, außerhalb der Sphären der Reichen und Schönen genießen wir die Natur.

Der nächste Tag bringt schon den Abschied, die Heimreise, ein paar freie Stunden noch dann hat mich der Alltag wieder.

Obiges Zitat stammt übrigens von Oscar Wilde. Welche Veredelung mein Geist wohl durch diese Reise erfahren hat? Wie veredelt, im Geiste, kommt ihr von euren Reisen zurück?

4 Gedanken zu “Reisen…

  1. Ich bringe nicht häufig Dinge von Reisen mit. Einmal, weil ich selten verreise.
    Und zum anderen, weil ich ungern stundenlang an einem fremden Ort herumrenne, um 22 kleine Päckchen zu besorgen und dann vollgepackt auf die Rückfahrt zu gehen.

    Daher neige ich eher zu Kleinigkeiten und auch nur, wenn Sie mir sozusagen über den Weg laufen oder wenn ein ganz besonderer Anlass ist.

    Auch gestehe ich, dass mir bei einigen Menschen nicht einfallen will, was sie denn noch gut brauchen könnten. Ich will ja schließlich nicht dazu beitragen, dass jemand mein Geschenk extra jedes Mal wieder hervorholen muss, wenn ich zu Besuch komme🙂

    Wer also von mir etwas bekommt, den muß ich wohl wirklich sehr mögen und das sind gar nicht so viele Menschen, wie man meinen könnte, wenn man die Anzahl meiner Verbindungen in Xing oder Facebook zählt. Ich glaube auch nicht, dass es bei anderen wirklich so ganz anders ist.

    Bisher konnte mir noch niemand erklären, wie ich 1249 Kontakte wirklich pflegen könnte. Wohl deshalb sind es bei mir nur um die 200 und davon 150 beruflich bedingt.

    Nun bin ich aber schon bei einem ganz anderen Thema, aber vielleicht ist es ja auch eine Anregung.

    Viele Grüsse von ES

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    1. Lieber ES
      ich gehe auch nicht auf die Suche nach Mitbringseln, nur habe ich auf Reisen oft mehr Muße und entdecke einfach Dinge die mir- oder anderen- Freude machen könnten und so landet doch das eine oder andere im Koffer. Ob mein Geist nun veredelt aus den Reisen hervorgeht- zumindest ist er in der Reise- Situation offener, freier, oder fühlt sich so an.

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      1. Na ja, veredelt…, ich für mich würde eher sagen beseelt. Oft habe ich neue Anregungen, neue Ideen und an fast jedem Urlaubsort wuerden wir erstmal noch gerne bleiben oder gar ein Haus kaufen ….😉

        Allerdings haben wir auch ein sehr schönes zu Hause. Die Menschen, die uns besuchen berichten regelmässig von Urlaubsgefühlen bei uns.

        Und wir haben eine urlaubsähnliche Umgebung dazu.
        Und so leisten wir es uns öfters, beseelt zu Hause den Urlaub zu genießen.

        Übrigens finde ich fast alle Deine Musik hier sehr schön, wollte ich mal so sagen. Danke, dass Du Dir so viele Gedanken auch bei der Musik machst.

        ES

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