Jetzt ist Sommer

Jetzt ist Sommer

Alle reden davon, so ich auch. Eine gute Dosis durfte ich bereits genießen, auf „meiner“ Insel- Hvar in der kroatischen Adria, über die, wie im ganzen Mittelmeer-Raum, eine ungewohnt frühe, heftige und anhaltende Hitzewelle hereinbrach grade als ich dort war. Den Menschen, und Allem und Allen anderen dort, ist es zu heiß- wochenlang Temperaturen zwischen 35 und 40° – für mich kam das grade recht; so konnte ich ordentlich Hitze-Vorräte tanken um dem deutschen Sommer standzuhalten.

Die allgemeine Stimmung meint ja- früher waren die Sommer besser, die Erinnerung gaukelt uns wochenlangen Sonnenschein und laue Abende vor, Socken und Jacken blieben ebensolange Wochen in Schränken und Schubladen.

Die Wetterfrösche wollen uns einreden – stimmt alles garnicht, dieser Sommer ist bislang sogar ein wenig wärmer als durchschnittlich zu erwarten wäre, wenn auch mit weniger Sonne. Und möglichweise haben sie tatsächlich recht- denn, bereits Heinrich Heine schrieb vor ungefähr 200 Jahren:

Der deutsche Sommer ist ein grün angestrichener Winter. Das einzige reife Obst, das wir haben, sind gebratene Äpfel.

Rudi Carrel fragte 1975

die Antwort ließ ein paar Jahre auf sich warten, 2001 stellten die Wise Guys fest

Bereits vor einigen Jahren las ich über eine generelle  Veränderung des deutschen Wetters; der Atlantik würde an Einfluß gewinnen, mit mehr Nass von oben und weniger Extrem- Temperaturen sowohl im Sommer als auch im Winter. Die Sommer halten sich dran – über Winter reden wir dann wenn er stattfindet.

Heute lud mich die sommerliche Früh- Temperatur von 17° zum Frühstück auf der Terrasse ein; die Einladung habe ich freudig angenommen und so diesen Tag im Sommer begonnen- in welchem jahreszeitlichen Gefühl er enden wird steht noch nicht fest.

5 Gedanken zu “Jetzt ist Sommer

  1. bei mir gabs kein Badewasser in erreichbarer Nähe, ein Ausflug ins nächste Freibad war eine sorgfältig geplante Exkursion die höchst selten durchgeführt wurde
    und Mayo ging am nächsten Tag bestimmt gleich nochmal ins Wasser- bei solchen Strafen…

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    1. …stimmt, Mutters Strafen waren sehr beliebt:o)

      Eigentlich waren wir immer in Wald und Wiesen unterwegs und kamen fast zwangsläufig an irgendeinem See, oder einer Kiesgrube vorbei. Handtücher und Badehosen waren nicht unbedingt nötig. Anschließend haben wir uns Blaubeeren gesammelt und einfach im Gras liegend die Wolken beobachtet. Eine unbeschwerte, fast schon kitschig anmutende Zeit.

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  2. Also: ich erinnere mich auch daran, dass wir in meiner Kindheit immer ewig rumdiskutiert haben, ob sich wohl eine Jahreskarte fürs Freibad lohnt oder ob man besser fährt mit Zehnerkarten. Und manchmal war nicht mal die Zehnerkarte verbraucht…!

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    1. . . . wir waren mit dem Rad’l am See und zwar streng nach Kalender. Sommer = im See baden. Oft kammen wir schlotternd und mit blauen Lippen heim und Mutter war voller Sorge. Zur Strafe gab es heiße Schokolade, Marmeladenbrote, dicke Decken und eine schöne Geschichte :o)

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