Concerto for Group & Orchestra- Fine

heute morgen noch vor dem Aufstehen aus dem Radio – das Leben hat Jon Lord verlassen. Einer der faszinierendsten Musiker, und ich hatte das Glück ihn dreimal auf der Bühne live zu erleben. Das erste Mal open air auf dem Zeppelinfeld in Nürnberg, 1985 war das, als letzte Band eines langen, lauten und anstrengenden Tages. Open air in dieser Größe- so ganz viel kriegt man von der Bühne nicht mit. Dennoch, ich erinnere mich an eine anschließende Nachtfahrt in völliger Verzückung.

Das zweite Mal in Stuttgart, 1987, in der Schleyer-Halle, die damals noch recht neu war, und es war immer ein Wagnis, wie gut kriegen die Musiker, oder besser ihre Techniker, den Ton ans Publikum dran- eine Mehrzweckhalle ist nicht unbedingt in erster Linie auf gute Akustik ausgerichtet. Es war ein Erlebnis, Plätze ziemlich weit oben und fast hinter der Bühne, eine ungewohnte Perspektive. Und toll, wenn man wie ich fasziniert dem Zauberer auf den Tasten zuschauen möchte und dies dann auch in aller Ausgiebigkeit tun kann.

Und das letzte Mal, in den 90ern irgendwann, mit großem Symphonie-Orchester, ich meine es wäre das aus Budapest gewesen. Tatort München. Das war das eindrücklichste aller dieser Musik- Erlebnisse, ich erinnere mich an ein völliges Eintauchen in die Musik- vollkommen verloren – oder gefunden, jenachdem von welcher Seite man das betrachten mag. Diese Faszination, auch in dem Zusammenspiel mit der Stimme von Ian Gillan, habe ich nur bei sehr wenigen Konzerten erfahren. Ich liebe live gespielte Musik und habe, seit ich selber aktiv bin, noch tausendmal mehr Hochachtung vor Allen die sich auf die Bühne stellen- doch es ist ganz klar, so verzaubern, das können nur sehr Wenige. Und für mich gehörte Jon Lord zu denen, die das geschafft haben.

Eine tiefe Verbeugung und ein Dankeschön.

Fine.

Ach, übrigens, meiner Tageszeitung war dies traurige Ereignis nur eine enttäuschend kleine Randnotiz wert.

7 Gedanken zu “Concerto for Group & Orchestra- Fine

  1. Jon Lord

    „Smoke On The Water“ war für mich, wie für viele andere auch, eines der ersten Lieder auf der E-Gitarre. Die alte Fender besitze ich noch heute, nur alle Vinyl Scheiben, auch die von“ Deep Purple“ habe ich vor einigen Jahren „im Wahn“ verschenkt . . .

    Ich verbeuge mich jedenfalls mit, hier wie zuvor schon an anderer Stelle.

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    1. Hallo mayo,
      da warst du wohl tatsächlich im Wahn- mein Plattenspieler tuts noch und so stehen die schönen Scheiben auch noch im Regal. Wobei, zu meiner Schande, keine Purple- LP dabei ist, – dafür waren immer andere in der Familie zuständig, die inzwischen samt ihren Lps und Cds den engeren Kreis meiner Familie verlassen haben..

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      1. Huhuh Ninive,
        Lustig ist, dass ich ganz kurz danach (also nach dem Verschenken der Platten) meine Frau kennen gelernt habe. Sie hat einen Plattenspieler und eine ansehnliche Vinylsammlung. Eine LP habe ich mir dann zurück geholt, Harvest! Ein paar andere z.B. von Memphis Slim, Nina Simon und Ruben Gonzales sind hingegen unwiederbringlich verloren….

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