Vorweihnachtliche Genüsse

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Die Zeit vor Weihnachten stellt jedes Jahr eine Herausforderung für mich dar. Meine Arbeit fordert höchste Aufmerksamkeit, Dekoration, ein attraktives Angebot an Geschenken zum Verkauf, unsre hauseigenen Gewürze, Geschenke für Kunden und nicht zuletzt für meine fleißigen und treuen Mitarbeiterinnen wollen gefunden und organisiert werden. Da heißt es aufpassen, damit im Privatleben auch noch ein wenig Muße, Kraft und Energie und ganz einfach Zeit übrigbleibt für ein wenig vorweihnachtliche Stimmung.

Zumal ganz alltägliche Dinge wie geregelte Mahlzeiten oder ein gewisser Vorrat an sauberer Wäsche im Schrank ja nicht wegfallen, nur weil Weihnachtszeit ausgebrochen ist.

Und so heißt es täglich entscheiden- was tun und was lassen. Vanillekipferl backen, und drüber schreiben- oder lieber noch einen Brot-Teig ansetzen. Im Zweifel letzteres. Zumal ich seit Neuestem über einen Backstein verfüge- und das noch vor Weihnachten! Schuld daran ist meine Mitbewohnerin. Die studiert nämlich fleißig die Sonderangebote, so auch vom “cyber-monday” eines großen Online-Händlers, – ich hatte die mail sofort gelöscht um garnicht erst in Versuchung zu geraten, aber das fürsorgliche Tochterkind rief mich an! Bei der Arbeit! und sagte- Mama das mußt du dir anschauen. Da und da und da…. natürlich hatte sie recht, da konnte ich nicht widerstehen.

Noch besser, hat ein neues Buch hier Einzug gehalten, nämlich das von Deutschlands Superbäckern.. Einer der Juroren, Jochen Baier, ist hier in Herrenberg ansässig- sein Laden ist jederzeit einen Besuch wert! Direkt neben der Bäckerei ist meine Stammbuchhandlung, und bei einem der Besuche in letzter Zeit kam die Verkäuferin mit verschwörerischer Miene auf mich zu- Frau B, schauen Sie mal was wir da haben! Tja, ein von Meister Lafer persönlich signiertes Exemplar- wer hätte dazu  nein sagen können? Interessante Brotrezepte hat das Buch zu bieten- wenn auch mitdenken gefragt ist. So fehlt bei einem Rezept das Salz, ein anderes drückt sich sehr vage aus was die Zugabe der Flüssigkeiten angeht, und noch ein anderes arbeitet mit 2 Kilo Mehl- eine Menge die meine Haushalte überfordern.

Die Kombination aus Stein und Buch hat schon sehr schöne Ergebnisse hervorgebracht:

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Genetztes Hohenloher heißt dieses hervorragende Brot mit der glatten knusprigen Kruste.

Dieses ist ein Mehrkornbrot mit Kürbiskernen, Haferflocken und  vielen Walnüssen im Teig, ebenfalls geschmacklich ein Treffer.

Und natürlich muß auf dem Stein auch mit Pizza experimentiert werden

Das abgebildete Pizza-Buch wohnt schon länger bei mir – ich nehms immer wieder gern in die Hand und lass mich inspirieren. Chorizo, Knoblauch und Paprika zum Beispiel wäre mir von alleine sicher nicht eingefallen- und auch die bewährte Kombi aus Artischocken, Oliven und Schinken gewinnt durch die Verwendung von 3erlei verschiedenen Sorten Schinken.

Tjaaa- und mit das Beste an der ganzen Adventszeit kam in  Form eines Wichtelpakets; heute durfte ich das 3. Päckchen öffnen und war ganz entzückt.. schaut einfach selber.

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Das wars für heute mit dem kleinen Einblick in meine adventlichen Freuden- wie geht es euch gerade? Mehr schön, mehr Stress, mehr Pflicht oder mehr Freude? Wie auch immer es sei, ich wünsch euch schöne Tage!

Babka

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Wir schreiben Dezember, den Weihnachtsmonat, und passend dazu führt uns Melli mit der kulinarischen Weltreise nach Israel. Ein weißer Fleck auf meiner Landkarte, ich war noch nie dort und spüre in mir auch kein Bedürfnis dieses von Krisen und Konflikten gebeutelte Fleckchen Erde zu besuchen. Das Wissen das ich mit mir herumtrage stammt aus Büchern, angefangen von kindgerechten Bibel-Erzählungen über Leon Uris’ Exodus bis hin zum unvergleichlichen Ephraim Kishon

It’s December, christmas month, and Melli sends us to Israel on the culinary world travel. A white spot on my personal map, never been there and feel no need in me to visit this troubled spot on earth. What I know comes from books, from children’s bibles and Leon Uris’ Exodus to the unforgettable Ephraim Kishon.

Als ich also Israel las, erstand vor meinem inneren Auge sofort ein Bagel, dieses herrlich fluffig-weiche Brötchen- weitere Recherchen ergaben dass der “Jerusalem Bagel” aber doch eine ziemlich andere Angelegenheit ist. Also hieß es weitersuchen und es dauerte nicht lange bis ich auf Gebäcke mit so herrlichen Namen wie Rugelach, Challah oder  Babka gestoßen bin, Gebäcken die aus jüdischen Gemeinden Osteuropas mit ausgewandert sind- nicht nur nach Israel sondern auch nach New York. Meine Version der Babka, gesehen hier und hier, stammt aus “Jerusalem”von Ottolenghi und damit besteht eine gewisse Wahrscheinlichkeit dass es sich tatsächlich um eine Jerusalemer Spezialität handelt.

So I read “Israel” and immediately a wonderful bagel sprang to mind, but researching I found out that “Jerusalem Bagel” is somewhat different. So I researched some more and soon came upon things with wonderful names like rugelach, challah or babka, cakes and such that emigrated from eastern Europe not only to Israel but to New York as well. My Babka variation, found here and here, comes from Ottolenghis book “Jerusalem” and I hope this provides enough authencity.

Gesagt getan, und abends nach der Arbeit den Teig angerührt- zunächst die Zutaten bis auf Salz und Butter 4 min auf niederster Stufe rühren, dann 20 min ruhen lassen. Dann kam die in kleine Stücke geschnittene Butter dazu und das Salz und es hieß rühren, rühren, rühren- 10 min auf niederster Stufe und noch 6 min auf Stufe zwei, bis er sich weitgehend vom Schüsselrand löste, dann kam er in eine geölte Schüssel über Nacht. Vorher noch ein wenig mit den Fingern kneten, eine ganz wunderbare Konsistenz hat dieser Teig!

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Said and done I went to work after my working day and made the dough. First all ingredients save salt and butter came into the bowl and the machine worked on low for about 4 min, then after 20 min of resting came the butter cut into small pieces and the salt in and a long time kneading followed, 10 min on low and 6 more min on level 2, after that the dough came clean off the sides of the bowl. Now came the night rest, not before a little working with the fingers on that beautifully smooth dough.

Nach der Nachtruhe in der kühlen (12°) Speisekammer hatte sich der Teig ganz schön entwickelt und ich ging daran die Füllung zuzubereiten. Dafür hab ich die Schokolade mit der Butter gerade so geschmolzen und den Zucker und Kakao eingerührt.

After the night rest in the cool (12°C) pantry the dough had developed quite nicely and I went to work on the filling by warming chocolate and butter until just melted, then mixing in sugar and cocoa powder. 

Der Teig wurde ungefähr halbiert, die Hälften nacheinander ausgerollt auf ungefähr 25X 40 cm- es hilft den Teig zuerst in eine etwas rechteckige Form zu ziehen, mit der Hälfte der Schokomischung bestrichen und jeweils die Hälfte der Haselnüsse und der Zucker-Lebkuchengewürz-Mischung bestreut.

I divided the dough in half, each half got rolled out to roughly 25X40 cm; it helps to shape the dough by hand into a rectangle before the rolling pin starts; half the chocolate mix is spread on top and sprinkled with half of the nuts and half of the sugar- spice-mix.

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Dann kommt die aufregende Formgebung: aufrollen und der Länge nach durchschneiden, die Hälften umeinander schlingen, wie flechten. Ich fange in der Mitte an, immer einen Strang über den anderen, die Enden schlage ich ein. Dann wird jeder “Zopf” in eine gefettete Kastenform bugsiert und darf nochmals mindestens eine Stunde gehen, diesmal im Warmen. Dann gehts in den Ofen, vorgeheizt auf 190°C.

Then follows the adventure part- the shaping: roll up and cut lenghtwise into half, then sling the halves around each other, like braiding. I start in the middle, just one strand over the other, the ends I fold in. Then each “braid” goes into a prepared loaf pan and may rise again for at least one hour, this time in a warmer climate. And now into the oven, preheated to 190°C.

Solange die Babkas im Ofen sind wird der Sirup gekocht- einfach das Wasser mit dem Zucker aufkochen und so 5 min köcheln lassen.

During oven time I prepare the syrup, just boiling water and sugar for around 5 min.

Nach 35 min kommen die Babkas aus dem Ofen und werden sofort mit dem Sirup bestrichen, es soll aller Sirup aufgebraucht werden. Und dann heißt es warten… da Duft und Anblick so verführerisch sind beschließe ich einkaufen zu gehen um aus der Gefahrenzone zu gelangen.

25 min in the oven and the babkas come out, at once I spread the syrup over them until all is used up. And how can I resist cutting one at once? I decide to flee the aroma and sight and go shopping for groceries.

Nachdem die Einkäufe erledigt sind gibt es kein Halten mehr….was soll ich Euch sagen?- ich könnte mich wahrhaft reinsetzen so gut schmeckt mir die Babka. Nachmachen dringendst emfohlen!

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Coming home there’s no stopping me……. and my, what should I tell you? I find it so good I could roll in it. Do try it for yourselves, I highly recommend!

 

Hard Facts

530g Mehl Typ 550/ flour type 550 (all-purpose)

100g Zucker/ sugar

10g Frischhefe/fresh baker’s yeast

1 El Lievito Madre/ tbspLievito Madre

abgeriebene Schale einer (Meyer-)Zitrone/ grated peel of 1 (Meyer) lemon

3 Eier/eggs

120 g Wasser/ water

2g Salz/salt

150g weiche Butter/soft butter

Füllung/ filling

130g dunke Schokolade (80%)/ dark chocolate (80%)

120g Butter

100g grob gehackte Haselnüsse/ roughly chopped hazelnuts

30g Kakaopulver /powdered cocoa

2 El brauner Zucker gemischt mit 1 Tl Lebkuchengewürz/ tbsp brown sugar mixed with 1 tsp gingerbread spice

Sirup/syrup

100g Wasser/water

90g brauner Zucker/ brown sugar